Fundstück der Woche: Der Vulkan, der twittert

bardarbunga(kfe). Naturkatastrophen sind natürlich schlimm, keine Frage. Auch jene, die „nur“ einen wirtschaftlichen Schaden hinterlassen. Isländische Vulkane zum Beispiel, wenn sie ausbrechen. Als das 2010 mit Eyjafjallajökull passierte, wurde fast der gesamte europäische Flugraum lahmgelegt. Viele fanden das eigentlich ganz positiv: kein Fluglärm in Rhein-Main und endlich mal ein strahlend blauer Himmel über Südhessen. Vogelgezwitscher statt Turbinendröhnen.
Jetzt ist mit Bardarbunga erneut ein Vulkan auf Island ausgebrochen. Und während ich noch redaktionsintern witzelte, dass dieser Name einem in Europa ja dank Berlusconi und seinem „Bunga-Bunga“ leider irgendwie leichter über die Lippen kommt, gibt es eine Stunde später schon einen Twitter-Account, der genau das aufgenommen hat: „Bardarbunga Volcano“ wirbt genau damit, „Berlusconi’s favourite volcano“ zu sein – „bring on the bardarbunga parties!“. Innerhalb von drei Stunden hat der Account 30 Follower und folgt selbst über 200 Accounts. Ähnlich wie die NASA, die ihrem Mars Rover „Curiosity“ vor zwei Jahren einen Twitter-Account und damit Stimme und Charakter gab, verleihen die Macher von „Bardarbunga Volcano“ dem isländischen Vulkan auch Ausdruck. Im Gegensatz zum Mars Rover ist er natürlich nicht depressiv, sondern als potenzieller Party-Macher geradezu euphorisch, gerne auch gereimt: „Slowly, cos my lava’s boiling, but i got an ice shelf to be spoiling.“. Zuletzt ziemlich checkerhaft: „If ice is a problem, yo i’ll solve it.“ – als Anspielung auf den Text aus „Ice Ice Baby“ von Vanilla Ice aus den 1990ern. Und nachgeschoben, analog zu Berlusconi: „lava lava“.

Na dann sagen wir es mal mit Katy Perry, denn das war schon bei Berlusconi so: „You’re hot then you’re cold / You’re yes then you’re no / You’re in then you’re out / You’re up then you’re down“

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