Weltretter im Krieg

Es gibt Wochen, in denen wird der Krieg erklärt.

Dem Diesel zum Beispiel. Jetzt soll er verschwinden. Aus den Städten und am besten auch gleich aus den Preislisten. Dass es in Wahrheit eine wirtschaftspolitische Tragödie ist, die sich hier vor unseren Augen abspielt, geht in dem allgemeinen Getöse und zukunftsbesoffenen Elektroauto-Geraune unter.

Sogar die sogenannte Deutsche Umwelthilfe, deren freundliche Sponsoren aus Japan mit Diesel eher wenig am Hut haben (Zufälle gibt es aber auch), benennt bestimmte Dieselmodelle als umweltfreundlich und lobt sie. Diesel geht also schon, wenn man will und nicht nur lügt und betrügt. Aber anstatt jetzt ruhig und sorgsam die Spreu vom Weizen zu trennen, stürzen wir uns in die nächste mit bis zur Groteske von Absolutheitsansprüchen getränkte Debatte, wie wir Deutsche sie so gerne führen. Erst ewig nichts tun und dann aus dem Stand die Welt retten – wir haben es echt drauf.

Was ein Glück, dass außer dem Diesel auch noch andere verlässliche Mitarbeiter dieser kleinen Kolumne wieder für Schlagzeilen sorgen. Wladimir Putin zum Beispiel. Er baut einen Atom-Torpedo, seine Trolle lesen derweil deutsche Dokumente – wenn das kein Krieg ist, sollte man diesen Begriff besser aus dem Duden verbannen.

Oder Donald der Größte Trump. Er zettelt mit Strafzöllen einen Handelskrieg an. Oder glaubt zumindest es zu tun. Dass er den USA damit auf mittlere Sicht eher selbst in den Fuß zu schießen droht, interessiert ihn nicht. Es werden ja nicht seine Füße sein. Wenn der Schaden eintritt, wird er das Weiße Haus verlassen haben und als bereicherter Privatmann wieder Golf spielen.

Ganz schön viel Krieg für so eine friedliche kleine Woche. Gibt es denn gar kein bisschen Hoffnung? Doch: In Deutschland könnte es bald wieder so etwas wie eine funktionierende Regierung geben.

Dazu musste nur die SPD sich und ihrer eigenen Zukunft den Krieg erklären.

Die Sozialdemokraten sind also quasi der Diesel der deutschen Parteienlandschaft: Läuft seit über 150 Jahren eigentlich grundsolide und hat auch oft genug den Karren aus dem Dreck gezogen. Aber jetzt lassen sie sich von anderen in irgendwas hinein treiben und tun auch noch so, als sei das alles völlig logisch und folgerichtig. Und auch noch erfolgversprechend.

Wo wird das alles nur hinführen? Gibt es für so viel Krieg eine Lösung? Klar. Die ganzen dreckigen Diesel, die jetzt hierzulande keiner mehr haben will oder darf, verkauft der Schröder Gerd an seinen Kumpel Wladimir. Frei nach dem Motto „Wir nehmen dein Öl und du das, was wir draus machen.“ Gleichzeitig ruft der Wladimir seinen Kumpel Donald an und sagt: Wenn du mit deinem Zollunsinn nicht aufhörst, dann schicke ich dem FBI all das, was meine Trolle wissen. Und schon ist Ruhe im Karton.

Logisch. Krieg und Frieden – das kam doch auch schon aus Russland.

Das war‘s dann wieder – bis nächste Woche.

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