Was Wählers Wille womöglich wollte

Es gibt Wochen, die sind einfach groß.

Koalitionär gesehen. „Die Leute wollen, dass das Land funktioniert“, sagt Angela Merkel. Ja. Es muss ja irgendwie weitergehen. Ob aber mit denjenigen, die jetzt dreieinhalb Monate gebraucht haben, um sich wenigstens unverbindlich zu verloben, sei dahingestellt.

Schauen wir uns das leitende Personal doch einmal an. Sigmar „Ich lasse jetzt nur noch kluge Essays unter meinem Namen schreiben“ Gabriel zum Beispiel. Er wird der Erste sein, der den Satz „Es geht auch ohne die Merkel“ ausspricht. Fragt sich nur wie schnell.

Horst Seehofer – ein Zombie auf Spree-Urlaub. Sein noch vorhandener Aktionsradius endet am Lauf von Söders gespannter Büchse.

Peter Altmaier bekommt ab sofort Ausreiseverbot. Einer muss ja jederzeit in der Lage sein, dem noch interessierten Volk zu erklären, wie die Kanzlerin sich die Lage zu Hause schön reden könnte.

Denn: Von Angela Merkel werden wir nicht mehr viel sehen. Sie wird auf staatsfrauliche Abschiedstournee gehen.

Dass man in der CDU unter dem Motto „Bloß weg“ schon sammelt, um diese Tournee maximal zu verlängern, ist ein übles Gerücht, das wir hier in aller Deutlichkeit nicht bestätigt sehen wollen.

Zurück zum Personal. Martin Schulz wird der einsamste Mann in der Großstadt Berlin sein.

Alexander Dobrindt hingegen wird der deutschen Spitzenchemie zu völlig neuen wissenschaftlichen Höhenflügen verhelfen. Top-Teams von Merck, Bayer und Boehringer werden für ihn eine Tinktur zusammenbrauen, die bei regelmäßiger Einnahme sogar Härtefällen nur noch Sätze über die Lippen kommen lässt, die zwar völlig substanzlos sind, aber intelligent klingen. Pro Packung kostet der Saft allerdings blöderweise 68 Euro. Weshalb er Dobrindt dann doch nichts bringen wird: Wenn er den Preis sieht, wird er ausrasten und das Zeug und damit seine weitere Karriere ins Klo spülen.

Annegret Kramp-Karrenbauer: Die Saarländerin wird sich als humor- und schwungvolle Alternative zu Merkel verkaufen und zum Beleg alle potenziellen Wähler zwingen, alle „Heinz Becker“-Folgen auswendig zu lernen.

Andrea Nahles wird auf der Suche nach Leuten, denen sie zwecks Profilierung – verbal, Leute, verbal – härter denn je eins in die Fresse geben kann, Praktikantin bei Donald Trump. Ihre – zugegeben sehr freie – Übersetzung von „Shithole Country“ als „Bayern“ wird in der Koalition nur mittelgut rezipiert werden.

Aber Frank-Walter Steinmeier auf den Plan rufen, der in der Rolle seines Lebens alle täglich zur ruhigen Arbeit auffordern wird. Und dann, wenn alle eingeschlafen sein werden, zum Lindner schleichen wird: „Pass auf, bisher hatten wir mehr Glück als Verstand, weil die Wirtschaft weiter brummt. Aber so laaaangsam …“

Wir haben es so gewollt. Haben wir?

Das war‘s dann wieder – bis nächste Woche.

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