Was besser geheim bleibt

Es gibt Wochen, für die brauchst du ein Passwort.

Dass wir mit dem Code „test“ und einer freundlicherweise von Vater Staat selbst ins Netz gestellten Gebrauchsanweisung den elektronischen Teil der Stimmauszählung für die Bundestagswahl frisieren können, haben wir ja jetzt gelernt. Diese unverhoffte Erkenntnis motivierte uns, auf weitere Spurensuche zu gehen.

Wir trafen uns zu diesem Zweck nachts hochgeheim mit einem Mega-Nerd von der TU Darmstadt. Der knackt alles, sogar Kreuzworträtsel auf Kyrillisch. Die Liste der Passwörter, die er uns mitgab, war schon ziemlich aufschlussreich.

Donald Trumps Twitteraccount erreicht man zum Beispiel unter „1234“. Ganz einfach. Wer weiß also, wer da in Wahrheit alles postet. Was wiederum einiges erklären würde.

Anspruchsvoller ist da schon Wladimir Putins E-Mail-Konto. Wer da mitlesen möchte, muss „rUsSiScHe EiEr“ eingeben. Angeblich lacht er jedesmal, wenn er das eingibt, und denkt dabei an sonnige Sommerurlaube in Sibirien. Wir verstehen jetzt nicht warum, aber egal.

Preußisch nüchtern hält es Angela Merkel. Wer „ohnemichgehtsnicht“ eingibt, hat ihre Festplatte vor sich. Ziemlich viele volle Ordner sind darauf. Nur der mit dem Titel „Nachfolger in der CDU“ ist komischerweise leer.

Martin Schulz wiederum kann nicht aus seiner rheinischen Haut. Er twittert hinter dem schönen Passwort „Etküttwieetkütt“. Das sehen wir auch so. Und finden das auch ganz gerecht.

Der nordkoreanische Chef Kim Jong-Bumm, äh, Un … Mann, jetzt habe ich den Gag versemmelt. Also: Wer in Kims Raketenkontrollzentrum „Bummbummbumm“ eingibt, landet nicht auf Boris Beckers Homepage, sondern zündet damit angeblich den atomar angetriebenen Fluchtzug des Diktators, der automatisch nach China fährt.

Das Stichwort „atomar“ führt noch einmal zurück in die USA und zur Frage nach dem Sperrcode für das dortige Atomarsenal. Er wurde, so sieht es jedenfalls aus, auf Anweisung von Donald Trump kürzlich geändert und lautet jetzt – Überraschung – „1234“.

Nach dieser Erkenntnis waren wir dann doch ein wenig beunruhigt. „Keine Sorge“, sagte der Nerd. „Wenn Trump das eingibt, ploppt auf seinem Bildschirm ein Bild des gerade kommandierenden Generals auf, der sagt ‚Du glaubst doch nicht wirklich, dass wir dich auch nur eine Sekunde mit den wirklich gefährlichen Sachen spielen lassen, Donald‘.“

Puuh. Glück gehabt. Dann wäre da nur noch der Computer, den der Nerd unter dem Arm trug. Er gehörte irgend jemandem aus Darmstadt, das Passwort lautete „Das ECHO ist an allem Schuld und schreibt nur Stuss“. Aber namentlich zuordnen ließ sich der Rechner nicht. „Daran haben wir uns echt die Zähne ausgebissen“, sagte der Nerd erkennbar traurig.

Manche Dinge bleiben auch in unseren total transparenten Zeiten besser geheim – definitiv die Erkenntnis der Woche.

Das war‘s dann wieder – bis nächste Woche.

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