Virus essen Akten auf

Es gibt Wochen, in denen wird es unübersichtlich.

Und das, obwohl es ja nur noch ein Thema gibt. Dafür aber jede Menge unterschiedliche Herangehensweisen an die Materie. Fangen wir mal mit Deutschland an. Wenn man sich einmal an die große Föderalismuslotterie gewöhnt und sich die im Umgang mit ihr wohl unabdingbare Grundgelassenheit zugelegt hat, kann sie regelrecht für Spannung im Leben sorgen. Welches Bundesland wird wohl als Nächstes verkünden, dass es – völlig vorhersehbar – seine Schulen und Kitas schließt? Oder doch irgendwelche Sonderwege als allein richtig deklariert? Der Umstand, dass ein Virus noch lange keine Sonderwege geht, nur weil es entweder mit Rieslingschorle oder doch mit Handkäs bekämpft wird, kann doch einen Beamtenapparat nicht erschüttern. Auch Corona wird nach Zentraler Dienstvorschrift zu Leibe gerückt. Da muss der Bürger dann durch.

Die Vereinigten Staaten von Trumphausen haben es da aber trotz allem schlechter. Sie bestehen zwar auch aus fünfzig Einzelterritorien, die zum Teil sogar größer sind als Bremen oder das Saarland, aber letzten Ende hat dort nur einer was zu melden: Donald „Make Viruses Greater Than Necessary“ Trump. Was der sich in den letzten Wochen beim Thema Pandemiebekämpfung zusammendilettiert hat, passt in keinen Lastwagen voller Petrischalen. Der Gipfel war erreicht, als … Moment bitte, das Telefon hustet.

Donald, alter Bazillus. Wie meinen? Wir Europäer seien doch an allem schuld? Ach ja? Seit wann liegt Wuhan in Europa? Gut, dass Geografie nicht so wirklich deine starke Seite ist, hast du ja schon bei anderen Gelegenheiten bewiesen. Du solltest einfach mit dem großen Philosophen Andreas Möller, der da auch schon Standards gesetzt hat, eine WG aufmachen. Und auf der Fußmatte vor Eurer Tür steht: „Wuhan oder Washington – Hauptsache Wahnsinn.“

Viren wiederum können bekanntlich ja auch technische Geräte schwer in Mitleidenschaft ziehen. Vor allen Dingen in Kreisen der Bundesregierung scheinen sie gerade wieder zu wüten. Oder wie sonst ist es zu erklären, dass sensible Handydaten in Serie verschwinden? Vor allen Dingen solche, die parlamentarische Aufklärer schwer interessiert hätten. So geschehen bei Ursula „Ich verschwinde dann mal besser nach Brüssel“ von der Leyen und jetzt auch bei Andi „Ich überfahre auch Tiere mit Vollgas“ Scheuer. Manche Dinge ändern sich eben nie: Früher wurden beim Regierungswechsel imKanzleramt Akten geschreddert, heute werden Handys geplättet.

Bleibt noch die Trophäe „Volldepp der Woche“. Sie geht an Xavier Naidoo wegen seiner auf Migranten gemünzten Zeilen „Eure Töchter, Eure Kinder sollen leiden“. Sowas ist nicht mit Corona zu erklären, sondern mit einem seit Jahren unentdeckt gebliebenen Loch im Aluhut, durch das die Sonne scheinen und vorhandene Resthirnmasse zu brauner Soße schmelzen konnte. Der Weg zurück in den Kreis derer, denen man zuhören sollte, wird für diesen Künstler keiner mehr sein …

Das war‘s dann wieder – bis nächste Woche.

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