Viel Steak, viel Brexit

Es gibt Wochen, in denen hast du Mitleid.

Mit Horst Seehofer. Da sagt er einmal was Richtiges. Nämlich das, dass die AfD eine staatszersetzende Partei sei. Und schon hängen ihm die National-Mimosen eine Klage an. Selber immer austeilen und alles mit Dreck vollkübeln, was nicht bis drei zustimmend mit den Hacken knallt, aber wenn man dann mal was einstecken soll, geht das Geheule los. Das sind echte Helden.

Wenn unserem Lieblings-Horst jetzt noch einfällt, wen er und seine Partei mit ihrem Gebaren so alles zersetzt haben könnte die Geschichte noch besser werden.

Da ist doch unser Lieblings-Mitarbeiter Donald ein ganz anderes Kaliber. Der stellt sich kerzengerade vor die UN-Vollversammlung und deklamiert, seine Regierung habe mehr erreicht als jede andere US-Administration vor ihr. Wenn er damit das Zerschmeißen von Porzellan meint, könnte das sogar hinkommen. Auch das Kunststück, die staunenden Zuhörern Russland, Papua-Neuguinea, den Südsudan und den gerade zufällig anwesenden Hausmeister zu einer lachenden Gemeinschaft zu verbinden, ist kein Kleines. Respekt, Donald, alte Rampensau, das bringt echt keiner außer dir. Hab Mitleid mit uns, wir lachen uns sonst noch kaputt.

Mitleid hat auch Volker Kauder verdient. Da sediert er 13 Jahre in Nibelungentreue für seine Chefin Angela M. aus B. die CDU-Bundestagsfraktion. Und dann wird er abgewählt. Einfach so. Obwohl jeder weiß, wem der Gruß aus der Demokratiekiste eigentlich galt. Merkel, äh, merke: Wenn du auf einen Sack drauf schlägst, schau vorher nach, ob die Richtige drin steckt.

Völlig mitleidlos zerlegen gerade die Briten ihre eigentlich wunderschöne Insel. Keinen Plan für den Brexit, kein Exit-Plan für diese Planlosigkeit – so fährt man ein ganzes Land vor die Wand. Und alle Welt rätselt, warum. Wobei … Irische Forscher haben jetzt des Rätsels mögliche Lösung. Erinnern Sie sich noch an BSE? Es war in den Neunzigern, als die Rindviecher – also die armen Vierbeinigen, nicht die Brexit-Fans – krank wurden. Und deshalb irgendwie die Fähigkeit zur Orientierung verloren. Die lustigen Forscher haben nun die Landkarte von damals, die die Ausbreitung der Krankheit zeigt, über eine Karte zum Wahlverhalten pro oder kontra Brexit gelegt. Und siehe da, das Ergebnis lässt sich in Donald-gerechter Sprache so zusammenfassen: Dort, wo damals ganz viel krankes Steak, dort heute ganz viel Brexit.

Womit wir zur Quizfrage der Woche kommen: Steigern also Vegetarismus oder gar Veganismus die politische Vernunft? Bill Clinton zum Beispiel soll – heute – ziemlich vegan sein. Aber gemach: Nur, weil der Donald ihm die ganzen Steaks wegfuttert. Auch die alten, von damals, aus den 90ern. Aus Mitleid? Nein. Er hält sich nur an das, was er versprochen hat: Er will absolut nichts von dem übriglassen, was diese Demokraten angerichtet haben. Na dann …

Das war‘s dann wieder – bis nächste Woche.

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