Trinken für die Freiheit

Es gibt Wochen, in denen bleibt dir das Lachen im Hals stecken.

Weil du dich nach Straßburg schon fragst, wie sinnstiftend auch für die, die sich von mordenden Wirrköpfen das Feiern nicht verbieten lassen, ein Weihnachtsmarkt hinter bemalten Panzersperren noch sein kann. Ein Prosit, und dazu klappert der Verschluss der Maschinenpistole des freundlichen Polizisten, der auf dich aufpasst. Da kommt echte Stimmung auf.

Hingehen sollte man trotzdem – zumindest, wenn man auch vor den Zeiten des Terrors auf Weihnachtsmärkte, Volksfeste, Fastnachtsumzüge oder andere Veranstaltungen gegangen ist. Und jedem widerwärtigen Mordhelfer, der auch nach Straßburg wieder nicht schnell genug den Blutzoll für sich reklamieren kann, ins Gesicht lächeln und zuprosten. Mit Glühwein, Kinderpunsch mit Amaretto, heißem Apfelsaft oder was auch immer. Da wird das Hinunterkippen eines Heißgetränks glatt zu einem freiheitlich-demokratischen Akt. Ihr kriegt uns nicht.

Natürlich setzt jetzt auch wieder der Überbietungswettbewerb derjenigen ein, die es beim Bestrafen oder bei präventiver Härte gegenüber sogenannten Gefährdern gar nicht hart genug haben können. So richtig schön verräterisch ist dabei wie so oft die Sprache. Die bisherigen Instrumente zur Durchsetzung von Ausreisepflichten hätten sich als noch nicht effektiv genug erwiesen, heißt es etwa aus dem Bundesinnenministerium. Wir übersetzen das jetzt mal: Die Polizei darf – weiß Gott nicht nur auf Weihnachtsmärkten, aber da jetzt auch noch – jede Menge gefährliche Drecksarbeit machen, aber links und rechts neben ihr passiert jenseits aller politischen Großmäuligkeit… ja, was eigentlich? Zu oft zu wenig.

Meldebehörden, die beim Austausch von Daten über Städte oder – maximale Härte – sogar über Landesgrenzen hinweg ungefähr den Stand der Thurn und Taxisschen Reichspost konservieren, sind in diesem Zusammenhang minimal kontraproduktiv. Oder hastig ausgebildete Asyl-Entscheider, die sich mit der Präzision eines ausgeleierten Stanz-Roboters durch sensible Entscheidungsprozesse bewegen. Da liegt nicht nur zu Weihnachten der Hase im Pfeffer – und nicht bei der gefühlt 247. „Aber-jetzt-greifen-wir-ganz-bestimmt-wirklich-endlich-mal-sowas-von-durch“-Gesetzesinitiative.

Ein Islamist soll der Attentäter von Straßburg gewesen sein. Wir werden es nicht mehr nachprüfen können. Nicht unwahrscheinlich ist es auch, dass ihm am Ende seines zwar kurzen Lebens mit einer wahrlich langen kriminellen Karriere einfach die Perspektiven ausgingen. Dann wenigstens ein Abtritt mit „Allahu akbar?“ Wer weiß, was in Menschen vorgeht.

Vielleicht wüssten wir es besser, wenn wir mehr Sozialarbeiter, Psychologen, Integrationslotsen oder Ausbildungshelfer hätten. Derlei Gedöns wird ja immer schnell weggespart oder gleich ganz für unnötig erklärt. Ist bestimmt sowieso wieder nur eine von diesen linksgrünversifften Traumtänzereien.

Das war‘s dann wieder – bis nächste Woche.

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