Sieben Saarländer sind super

Es gibt Wochen, in denen drückst du wieder die Schulbank.

Dank Annegret Kramp-Karrenbauer, der letzten Hoffnung von Angela Merkel. Ließ sie doch Friedrich Merz ausrichten, dass sie durchgezählt habe und nach dem Ende dieser Prozedur zu dem Schluss gekommen sei, dass im Bundeskabinett auf absehbare Zeit kein Stuhl frei sei. Für Merz heißt das: keine Reise nach Jerusalem, sondern höchstens nach Messinghausen. Auch schön da. Ehrlich.

Und für uns alle übrigen heißt das zweierlei. Erstens: Frau Kramp-Karrenbauer kann mindestens bis sieben zählen. So viele Vertreter stellt die CDU nämlich aktuell einschließlich Kanzlerin in der Bundesregierung. Das saarländische Abitur langt also bis zum fehlerfreien Einsatz dieser Zahl. Beruhigend. Das dürfte beim von Jahrzehnten gründlichen Bildungsföderalismus gezeichneten Abitur für einen Platz im soliden oberen Tabellendrittel der Bundesländer ausreichen.

Zweiter Lerneffekt: Saarländer halten auch über Geschlechtergrenzen zusammen. Natürlich hätte Merz Wirtschaftsminister werden wollen. Ein Posten, der derzeit mit Peter Altmaier, sagen wir mal, auch nur so bis sieben besetzt ist. Aber wen stört das schon? Erstens war Altmaier einer von AKKs Fanboys in der kürzlichen Casting-Show zum CDU-Vorsitz. Und außerdem kommt er aus Ensdorf. Das liegt wo? Richtig, im Saarland. Noch Fragen?

In Ensdorf liegt übrigens das Geheimnis zur Entschlüsselung … Moment bitte, das Telefon klingelt.

Irgendeine ziemlich verzweifelt klingende Frau, die mir Obst verkaufen wollte. Melonia oder so ähnlich. Sie sagte, wenn ihr Mann bis sieben zählen könne, sei ihr schon echt geholfen. Habe sie an die Grundschule Ensdorf verbunden. Die hat sogar eine Schoolworkerin für die nicht ganz einfachen Fälle des Lebens.

Läuft also super in diesem Saarland. Und sonst so? Ist ja bald Silvester. Aus diesem Anlass hat uns Wladimir aus Moskau einen besonderen Gruß geschickt: eine Hyperschall-Rakete, die, wenn die Propaganda recht behält, alle bisherigen Abwehrsysteme durch Geschwindigkeit austanzen kann. Während wir uns die Köpfe heiß diskutieren, ob wir uns wegen Feinstaub noch Silvesterböller leisten sollten. Ja, man muss im Leben einfach Prioritäten setzen.

Das tun wir ja alle um diese Jahreszeit immer wieder. Gute Vorsätze sammeln, an die man sich schon sieben Tage später nicht mehr erinnert – oder erinnern will. Wir ersparen uns das hier also einfach mal gegenseitig und hoffen einfach, dass in 2019 das Gute wieder ein wenig Beinfreiheit bekommt. Schließlich gilt die Zahl Sieben als Summe von Drei und Vier als Glückszahl. Nein, Herr Altmaier, nicht, weil man sieben Pizzas auf einmal essen kann. Sondern weil die Drei für die geistigen Dinge des Lebens steht – okay, und die Vier für das Materielle. Aber nur die Sieben vereinigt all das in sich. Ist schon eine ganz Raffinierte, diese AKK.

Hoffentlich.

Das war’s dann – bis nächstes Jahr.

Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>