Schäuble schlägt zurück

Es gibt Wochen, die sind einfach hollywoodreif.

Die Rede ist natürlich vom sogenannten Asyl-Streit innerhalb der Union. Angela Merkel und Horst Seehofer zertrümmern quasi aus dem Nichts von zwei Seiten die erfolgreichste Partei der deutschen Nachkriegsgeschichte. Ein Drehbuch, dessen Ende noch offen ist. Wir schreiben es deshalb hier einmal weiter.

Ingolstadt, 25. Juni: Horst S. hat fürchterlich schlecht geschlafen und ist deshalb noch nicht ganz wach, als er beim Frühstück Radio hört. Der zudem böse nuschelnde Nachrichtensprecher sagt „Auf dem EU-Sondergipfel hat Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Lösung vertagt.“ Der müde Horst S. hört: „Auf dem EU-Sondergipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel gab es einen Lösungsvertrag.“

Zehn Minuten, 23 Tweets und drei Facebook-Posts später ist im Berliner Bundeskanzleramt richtig Alarm. Im ZDF poltert der Dobrindt was von „Bayern First“.

Die Kanzlerin beschließt, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Sie steigt in ihre Dienstlimousine und überquert mit dieser klammheimlich bei Nordhalben die bayerische Grenze.

Blöderweise war ihr Fahrer letzte Woche zu lange im Solarium. Und die Woche davor auch. Und die Woche … Sie wissen schon. Und sein Rasierapparat ist kaputt. Was dazu führt, dass ein übereifriger bayerischer Grenzschützer, der von Äußerlichkeiten auf Herkunft schließt und beim Thema „Zurückweisung an der Grenze“ ganz vorne mit dabei sein will, den Fahrer und die beifahrende Kanzlerin kurzerhand festsetzt.

Daraufhin beschließt man in Berlin, dienstlich zu werden. Unter der Leitung von Annegret Kramp-Karrenbauer tagt der Krisenstab. Man ordert an, die Bundeswehr ins Spiel zu bringen.

Nur drei Stunden später funkt die zuständige Ministerin von der Leyen, dass die Hubschrauber alle nicht fliegen, die Panzer alle in Reparatur sind und die Kampfjetpiloten gerade alle Elternzeit haben.

Aufatmen in München. Doch zu früh gefreut. Die Ackerbau-Allzweckwaffe der CDU, Julia Klöckner, hat folgende Idee: Man flutet die Donau und die Isar so lange mit ansonsten unverkäuflichem Billigwein, bis es den Bayern im wahrsten Sinne des Wortes zum Himmel stinkt.

Nur drei Stunden später stellt man fest, dass auch das nicht funktioniert. Die Plörre ist längst in die USA verkauft. Als Rache für Trumps Strafzölle.

Ratlosigkeit allenthalben. Bis sich Wolfgang Schäuble, der große alte Mann, daran erinnert, wie die Amis 1988 in Panama Noriega weich gekocht haben – Dauerbeschallung mit Songs von „Guns‘n‘Roses in Flugzeugtriebwerk-Lautstärke. „Aber wir nehmen Helene Fischer“, sagt er mit teuflischem Grinsen.

Es kommt zum Äußersten. Die Bayern kapitulieren, flehen um Gnade, Merkel ist längst frei, aber Schäuble will das jetzt durchziehen. Helene greift zum Mikro, die turmhohen Boxen vor der Münchener Staatskanzlei vibrieren böse … Moment, da klingelt was.

Nein, nicht das Telefon. Der Wecker. Uff. Nur geträumt.

Hoffentlich.

Das war‘s dann wieder – hier geht es in vier Wochen weiter.

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