Rabatt für Raketen

Es gibt Wochen, in denen man die Zeche zahlen muss.

Zum Beispiel im Restaurant „Handsome Her“ im australischen Melbourne. Dort können/dürfen/sollen Männer, wie die „Zeit“ berichtet, 17,7 Prozent mehr für die Gerichte auf der Speisekarte bezahlen als Frauen. Nein, nicht weil ihre Portionen größer sind. Das wäre ja böse diskriminierend. Die Herren der Schöpfung sollen mehr bezahlen, um den Gender Pay Gap am eigenen Leibe zu spüren.

Gender Pay Gap. Das ist die statistische Lücke in der Bezahlung von Männern und Frauen. In Australien liegt sie bei – richtig – 17,7 Prozent. So viel verdienen Frauen dort im Schnitt weniger. Ob auch im „Handsome Her“, ist nicht überliefert. Wäre prinzipiell das Einfachste: Bevor man die halbe Welt medienwirksam in Geiselhaft nimmt, könnte man ja mit gutem Beispiel vorangehen und gleichen Lohn zahlen. Gibt halt nicht so nette Schlagzeilen.

Im Zeitalter der Political Correctness ist diese Idee trotzdem bestimmt ein Mörder-Exportschlager. Man könnte sie etwa in die Politik überführen. Alle Länder mit männlichen Regierungschefs zahlen jetzt 17,7 Prozent mehr in den EU-Topf. Und die mit weiblichen bekommen entsprechend Rabatt.

Moment bitte, das Telefon klingelt. Eine Frau May aus London, die fragt, wo sie diesen Rabatt beantragen könne. Habe sie an Schäuble verwiesen. Der weiß noch nicht mal, wie man Rabatt schreibt.

Gerüchteweise zahlen die Männer im „Handsome Her“ tatsächlich alle freiwillig mehr. Hm. Was ist da nur los?

Das Telefon klingelt schon wieder. Hier kannst du echt keinen klaren Gedanken … Ein Typ aus Washington. Irgendwas mit Feuer, Wut und Atom. Habe ihn nach Biblis verbunden.

Wo waren wir? Richtig, Rabatt. Die Merkel hat es dem Schäuble erklärt. Er spart jetzt auf eine Geschlechtsumwandlung. Natürlich nur, um den Draghi und den Macron zu ärgern. Und die Merkel.

Das Telefon klingelt schon wieder. Ganz schlechte Verbindung. Irgendein Tim Viel-Bum oder so ähnlich. Der wollte auch was Atomares loswerden. In Biblis war noch besetzt. Habe ihn dann an einen belgischen Lebensmittelgroßhändler verwiesen. Seine Fipronil-Tanks seien leer. Und ganz sicher.

Es hat eben jeder so seine Probleme. Während die einen die Preislisten durchgendern, treiben die anderen die Welt so nahe an den Rand einer nuklearen Auseinandersetzung wie seit der Kuba-Krise nicht mehr.

Im „Handsome Her“ versichert man, Männer, die sich weigern, den biologisch bedingten Aufschlag zu bezahlen, nicht hinaus zu werfen. Das hat mich so begeistert, dass ich zum Telefon gegriffen und zwecks Recherche einen Flug nach Melbourne gebucht habe.

Wenn die Frauen dieser Welt wirklich klüger sind als diese Bum-Raketen-Irren, sind wir mit 17,7 Prozent dann nicht sehr gut bedient? Darauf ein Foster’s – falls die das da ausschenken im „Handsome“.

Das war’s dann wieder – bis nächste Woche.

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