Motorschaden bei Pinneberg

Es gibt Wochen, in denen man einfach strammstehen muss.

Strammstehen ob der schieren Konsequenz, mit der Ministerin Ursula von der Leyen jetzt bei der Bundeswehr aufräumt. Benimmprogramm für die Generäle, Generalverdacht gegen die Offiziere, und auch keine durchgegenderten Kindergärten mehr für die ObergefreitInnen. Jetzt ist Schluss mit lustig.

Jetzt, wo wir ein paar braune Gesellen in der Truppe ausmachen mussten, greift die Ministerin durch. Bei anderen. Bei sich nicht. Die Frage, wer eigentlich seit fast vier Jahren für die Armee zuständig ist, wird brutalstmöglich ausgeblendet. Gewissen, wegtreten!

Strammstehen musste auch FBI-Boss James Comey. Aber nur kurz. Dann warf sein Chef Donald „Ich bin der Größte“ Trump ihn raus. Weil er die amerikanische Bundespolizei durch seinen Führungsstil verunsichert und ansonsten überhaupt gar nichts auf die Reihe bekommen habe. Ein Aufschneider und Großkotz sei dieser Comey gewesen, trat Trump noch per Interview und Twitter nach.

Was lernen wir daraus? Schlimmer als ein Präsident kann auch der finsterste Taliban die amerikanische Sicherheitsarchitektur nicht erschüttern. Wenn der Präsident nur Aufschneider und Großkotz genug ist.

Moment bitte, das Telefon klingelt.

Irgend so ein Russe, der sich verwählt hatte und dann auf einmal auflegte.

Wir haben das Gespräch mit unserer neuen Putin-App auf unserem Smartphone mitgeschnitten und übersetzt. Der Gruß aus Moskau lautete ungefähr so: „Hallo Donald, gut gemacht mit diesem Comey. Der wurde langsam gefährlich. Jetzt musst du das nur noch mit dieser freien Presse … Hallo? Hallo? Wer ist denn da? Verflucht! Wer mir diese Telefonnummer …“ Der Rest war Rauschen. Nur „Sibirien“ konnten wir noch undeutlich verstehen.

Strammstehen musste auch Martin Schulz – in Schleswig-Holstein. Weil die CDU Kiel geholt und den SPD-Hoffnungsträger kielgeholt hat. Jetzt steht der rote Expresszug ins Kanzleramt mit Motorschaden irgendwo zwischen Pinneberg und Plön herum. Und die Techniker im Willy-Brandt-Haus überlegen, ob sie ihn bis Sonntag wirklich reparieren sollten.

Dann wird nämlich in NRW gewählt. Klatsche aus Köln und Krefeld? Gemach, noch ist diese Messe nicht gelesen. Vielleicht verstehen ja bis Sonntag noch genügend wackere Westfalen, was Schulz eigentlich auszeichnet. Außer der Tatsache, nicht Sigmar Gabriel zu sein.

Was zeichnet eigentlich Emmanuel Macron aus? Gut, er ist nicht Marine Le Pen. Das haben gottlob 66 Prozent der wählenden Franzosen herausgefunden. Aber was noch? Er war Jesuitenschüler, Finanzinspektor und Investmentbanker. Bei Rothschild. Dann wurde er sozialliberal. Ziemlich wilde Mischung oder Nouvelle Cuisine, wie man links des Rheins dazu sagt.

Wir wissen also auf gut Deutsch noch nicht, was mit Macron so auf uns zukommt.

Zum Schluss ein bisschen Kultur. Das neue Album von Helene Fischer ist da. Und es heißt – Tusch – Helene Fischer. Wir sind atemlos und lauschen Zeilen wie dieser aus „Sonne auf der Haut“: „Mach dich leicht. Genau wie du brauch ich ne Überdosis Glück.“

Ach du liebe Güte. Obwohl: Die Helene hat damit bestimmt den Donald gemeint! Das Ding schenken wir also dem Trump und spielen die Zeile so oft, bis er sie kapiert. Obwohl, am Ende will er dann unsere Helene noch heiraten. Er wechselt seine Frauen ja schneller als Frau von der Leyen ihre Überzeugungen. Also: Helene bleibt besser hier, und wir wünschen den USA einfach so weiterhin viel Glück.

Das war‘s dann wieder – bis nächste Woche.

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