Mit Whisky aus der Kurve

Es gibt Wochen, in denen hört einfach alles auf.

Und somit nehmen wir bis auf Weiteres einen beliebten Seriendarsteller dieser kleinen Kolumne außer Dienst. Ganz ehrlich: Was will man denn auch noch schreiben, wenn Donald der Schmierige eine TV-Debatte um die US-Präsidentschaft zur Weltmeisterschaft im Schlammcatchen umfunktioniert? Und sein Kontrahent Joe „Ich hoffe, ich bin im richtigen Film“ Biden sich alle Mühe gibt, dem Niveau dieses Niveaulimbos zu entsprechen? Am besten erst einmal gar nichts mehr.

Gibt ja auch  noch genügend weiteres Spitzenpersonal. Wladimir P. aus M. zum Beispiel. Dessen Kommunikations-Klatschpappen aus dem Kreml verbreiten seit Kurzem folgende Kunde: Alexej Nawalny, prominentester Oppositioneller Russlands, sei nicht mit wie auch immer gearteter Billigung des Staatsapparates vergiftet worden. Vielmehr habe der wackere Wladimir ihm sogar das   Leben gerettet. Is‘ klar. Das ist ungefähr so wahr, wie dass es in Guantanamo keine Folter gab. Lügen waren und bleiben blockfrei.

Auch im ach so freien Westen gehen nämlich allmählich die Balken aus, die sich noch biegen könnten. In Großbritannien etwa wird es diesbezüglich langsam wirklich eng. Der Bonsai-Donald namens Boris hat bekanntlich zu Vertragstreue ein ähnliches Verhältnis zu wie ein Whisky-Produzent zum Blauen Kreuz: gar keines. Also ab auf den Müll mit dem mühsam erzielten Brexit-Kompromiss, und fertig ist der Lack. Politik als Schulhofprügelei – manche sind irgendwo echt stehen geblieben. Und kommen damit viel zu gut durch.

Man sollte allerdings auch als Deutscher die Nase nicht allzu hoch tragen. Unser aller Kanzlerin scheint aktuell insbesondere im Umgang mit Polen und Ungarn das Verhandeln europäischer Geschlossenheit mit einem verspäteten Sommerschlussverkauf zu verwechseln: Alles muss raus, sonst ist vor allem der Viktor böse. Ja dann … Fragt sich nur, mit welchem Rest-Rüstzeug man dann dem Boris oder anderen Schulhof-Rüpeln noch gegenüber treten will.

Der erste, der jetzt sagt, dass Angela M. ja bald ihr politisches Endlager erreicht habe und vielleicht deshalb nicht mehr mega-motiviert sei im zugegeben nervenaufreibenden Umgang mit dem gefühlt 473. Schulhof-Rüpel, der fliegt raus.

Raus fliegen – noch ein gutes Stichwort. Allmählich komplett aus der Kurve fliegt Alt-Kanzler Gerhard Schröder. Ließ er doch verlauten, dass die Verantwortung für die Vergiftung Alexej Nawalnys nicht geklärt sei. Schon klar, in Hannover kann man vermutlich Nowitschok an jeder Straßenecke kaufen. Und wenn man Schröder danach fragt, ob seine seltsame Milde vielleicht etwas mit den Euros zu tun haben könnte, die er bei Putins Gas-Tankstelle Gazprom scheffelt, bezeichnet er das als „Geschwätz“. Weil er das wirklich alles glaubt, was er sagt? Oder vielleicht doch von dem Lack genascht hat, den der Boris produziert hat? Und wieso finde ich auf einmal, dass Schlammcatchen auf seine Weise wenigstens rasend authentisch ist?

Bis zu einer Antwort war‘s das wieder – vielleicht kommt sie ja nächste Woche.  

Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.