Minister oder Schuljunge

Es gibt Wochen, in denen rennen dir Bewerber die Bude ein.

Der britische Außenminister zum Beispiel. Sie wissen schon: Blondie, der aussieht, als sei er seit drei Jahrzehnten nicht aus der Oberschule gekommen. Lediglich eine neue Frisur hat er zwischendurch mit beherzten Griffen in die Steckdose kreiert – oder sich seit 1983 nicht mehr gekämmt, weil auf dem Kamm „Made in Germany“ stand.

Na jedenfalls hat Boris Johnson wieder auf die Tonne gehauen. Er hat nach dem Giftanschlag auf einen Doppelagenten die Russen sauber hingehängt. Fakten? Sind sowas von 20. Jahrhundert. Hat schon beim Brexit super hingehauen: Man muss jede Fake News nur überzeugend genug in die Kameras heucheln, und schon hat man eine ganze Insel ins politische Nirvana gebeamt.

Jetzt scheint der Boris nach der Devise zu handeln „Was mit der EU geklappt hat, klappt bestimmt auch mit den Russen“. Aber da hat er die Rechnung ohne Wladimir P. aus M. (Name der Redaktion bekannt) gemacht: Unter höchst konspirativen Umständen ist es uns gelungen, eine Kopie des Masterplans seines Propagandafeldzuges die Insel-Amateure zu erhalten.

Stufe Eins: eine Facebook-Kampagne, die beweist, dass die Queen und ihre Familie immer noch Deutsche sind. Ist die historische Wahrheit. Notfalls muss der Mark dazu betroffen vom Zuckerberg herunter heucheln. Dann schlucken es alle.

Stufe Zwei: 3000 Urlauber, die sich in Apartments in Chelsea unter Bergen von Kokain und Kaviar versteckt hielten, unternehmen zeitgleich einen Spaziergang zur Bank of England. Dort packen sie in der Lobby ihre Butterbrote aus und warten, bis das Bank-Management kapiert, was die Stunde geschlagen hat.

Stufe Drei: Wenn dann am Gebäude der vormaligen Bank of England kyrillische Buchstaben prangen, wird sogar dem Boris dämmern, dass irgendwas nicht läuft wie geplant. Er wird bei Luftwaffe und Marine anrufen, um unverbindlich deren Status abzufragen. Antwort: Kein Problem, sobald Gazprom liefert, sind wir wieder voll am Start. Ehrlich. Bestimmt. Hoffentlich.

Stufe Vier: Boris ruft in Brüssel an und fragt, ob die 27 Noch-Freunde helfen können. Blöderweise am Freitag. Aber der freundliche griechische Nachtportier verspricht, seinem tschechischen Kumpel, der einen Bulgaren bei der Fahrbereitschaft kennt, noch Bescheid zu sagen. Vielleicht gelingt es dem, den maltesischen Adjutanten des ungarischen Wochen-end-Verantwortlichen, der beim Flaschendrehen verloren hat und deshalb bis Montag für alle die Stellung halten muss, noch zu erreichen. Bevor er für 72 Stunden Netflix schaut.

Der Ungar hält kurz darauf tatsächlich den Zettel mit Boris’ Nachricht in der Hand. Und lächelt, als er denkt: „Ach Boris, hättest du doch in der Oberschule besser aufgepasst.“ Und dann den Zettel zerknüllt.

So kann‘s gehen heutzutage. Augen auf bei der Faktenwahl.

Das war‘s dann wieder – bis nächste Woche.

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