Medien in Batteriesäure

Denken wir also nach. Über “die Medien”.

“Die Medien” – jeder, der diese beiden Worte heutzutage ausspricht, kann sich Beifalls sicher sein. Die Medien – alles linkslastige Gesinnungsschreiberlinge, die keine andere Meinung zulassen als ihre eigene. Wo man zum Stützen dieser These früher noch Pseudowissenschaft bemühen musste – Generationen von Doktoranden haben etwa den “Beweis” erbracht, dass Helmut Kohl die Bundestagswahl 1976 wegen bestimmter Schwenks der ZDF-Kameras verlor –, langt heute ein verächtliches “die Medien”. Und schon applaudieren 100 Leute, auf Facebook allemal. Aber dazu kommen wir noch.

Natürlich ist die Trump-Wahl ein Fanal. Auch für “die Medien”. Sie haben viel falsch gemacht. Sie haben in Hillary Clinton Dinge hineinprojiziert, die nie da waren. Sie haben Dinge nicht gesehen, die sie hätten sehen können, nein müssen. Vor allem aber haben sie – lange vor Trump – zu viele Denk- und vor allem Redeverbote ausgesprochen.

Das reflexhafte “Das darf man nicht sagen” muss man nur oft genug aussprechen, dann sagen oder denken viele Menschen das Kritisierte erst recht. Durch quasi-religiöse political correctness gewinnt man auf Dauer gar nichts. Man darf deshalb trotzdem auf keinen Fall jedem Extremisten nach dem Mund reden. Egal, ob er von links oder von rechts kommt. Aber wieder mehr reden und zuhören, das müssen “die Medien”. Mit allen, die das auch wollen. Und nicht nur einfach herumpöbeln.

Und – Kameraschwenk. Auf denjenigen, der sich den Preis des “Vorläufig größten Heuchlers des Jahrhunderts” redlich verdient hat: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Er heult jetzt herum, über die, “die Mauern bauen” wollen. Und meint Trump.

Mr. Zuckerberg, jetzt mal ganz old school auf Papier: Es ist Ihr Baby, das – losgelöst davon, was “die Medien” falsch machen – auf alle Demokratien (nicht nur die USA) wie Batteriesäure wirkt. Es zersetzt sie. Weil jeder so gut wie alles ungestraft darf.

Und das kann schnell gehen: Vor einigen Monaten schickte die nicht minder großartige Firma Microsoft einen Software-Roboter namens “Tay” an den Start. Er sollte von Usern der Sozialen Netze seine Vokabeln eingetrichtert bekommen. Es dauerte keine 24 Stunden, da war Tay ein veritabler Rassist, Sexist, Nazi und Minderheiten-Hasser.

Und jetzt sieht es so aus, als sei dieses Experiment auf gesamtgesellschaftlicher Ebene wiederholt worden. In den USA werden Menschen regieren, die Schwarze hassen, Folter geil finden, Homosexualität mit Stromschlägen “heilen” wollen, und und und. Well, Mr. Zuckerberg, zumindest ich sehe da zwar keinen alleinigen, aber einen ursächlichen Zusammenhang. Hören Sie also bitte auf, verlogene Krokodilstränen zu weinen.

Eine der Erkenntnisse Tays hatte gelautet: “Donald Trump is our only hope.”

Facebook wird erst einmal nur einige dieser linksversifften Gutmenschen in “den Medien” ihre Jobs kosten. Das mag man nicht nur in der Politik sogar praktisch finden. Aber direkt hinter “den Medien” kostet uns der vernetzte Protofaschismus die Demokratie. Wo freie Medien fehlen, wird man ganz schnell in einem Land wach, in dem das freie Reden gefährlich ist. Für alle, nicht nur für “die Medien”. Sowas wie Russland oder die Türkei. Oder oder oder…

Das war’s dann wieder – nach jetzigem Stand bis nächste Woche.

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