#makefakegreatagain

Es gibt Wochen, die sind gruselig. Und irgendwie gestrig.

Wir schalten zur Erklärung mal wieder nach Washington. Dort hatte Donald „Alles was nicht in einen Tweet passt, ist eh Fake News“ Trump zu einem Soziale-Medien-Gipfel eingeladen.

Es kamen etwa 200 illustre Gestalten, die entweder stramm rechtsaußen stehen oder, wie die Kollegen der „FAZ“ schreiben, „den Boden eines rationalen öffentlichen Diskurses verlassen oder nie betreten haben“. Mit diesen Spitzenkräften will sich Trump seine eigene mediale Welt basteln und mit bewährten Wirkmechanismen in den nächsten Präsidentschaftswahlkampf ziehen. Frei nach dem Motto: Kein gelogener Irrsinn ist so irrsinnig, dass nicht mindestens ein Irrsinniger bereit ist, ihn trotzdem zu glauben. Und wer‘s nicht glaubt, kriegt so lange Droh-Posts, bis er wenigstens so tut, als glaube er es. #makefakegreatagain

Was für eine Klassenfahrt der Killerclowns. Man müsste sofort … Moment bitte, das Telefon klingelt. Ein gewisser Herr Buuuhdin. Er ist ganz stolz und sagt „Das hat der Trump von mir gelernt.“ Ich sage ihm, er darf sich gerne seinen verdienten Lohn in der Hashtag-Hölle abholen.

Auf jeden groben Klotz immer einen noch gröberen Keil drauf packen – das ist ein auch in anderen Zusammenhängen mittlerweile eingeübtes und ausbaufähiges Konzept. Bei Rüstungsgütern zum Beispiel. Wir exportieren wie die Weltmeister, unter anderem auch massiv an Länder, die im Jemen militärisch aktiv sind? Und wundern uns, dass der dortige Krieg, der wohl einer der dreckigsten des Planeten ist, nicht zuende geht?

Sehr schön auch die Botschaft, die die Volks- und Raiffeisenbanken dieser Tage kaum verklausuliert abschickten: Man werde über kurz oder lang über Negativzinsen für Sparer nicht herum kommen. Also: Für jeden Euro, den man der Bank zur Verwahrung gibt, berappt man dann noch zehn Cent Strafe. Früher nannte man das den Zehnten. Den musste man an König und Kirche abdrücken. Kommt also alles wieder.

Irgendwie fühlt sich alles schon seit geraumer Zeit so an, als seien wir mit Schussfahrt zurück ins Mittelalter unterwegs. Aber die Rettung naht. Aus einer Ecke der Welt, die man dafür erst mal so gar nicht auf dem Schirm hat: aus der kolumbianischen Hafenstadt Buenaventura. Deren 432000 Einwohner sollen so durch und durch vom Bösen verseucht sein, dass der örtliche Bischof – kein Witz, wirklich! – keine andere Wahl mehr sieht, als mit dem Hubschrauber aufzusteigen und von oben geweihtes Wasser in die Straßen zu sprenkeln.

Hochwürden, bitte machen Sie noch ein paar Zehntausend-Liter-Fässer voll und fliegen Sie weitere Einsatzorte an, die wir Ihnen gleich durchgeben. Diese Welt gerät gerade sowas von aus den Fugen, dass nur noch Sie … Moment bitte, das Telefon klingelt.

Donald, altes Twitter-Tier. Wie meinen? Da ist eben was übers Weiße Haus geknattert und du bist nass geworden? Okay, bleib jetzt bitte ganz ruhig stehen, die Wirkung setzt bestimmt gleich ein.

Das war‘s dann wieder – bis nächste Woche.

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Eine Antwort auf #makefakegreatagain

  1. Larpent sagt:

    Einfach spitze! Jede Woche freue ich mich auf die neuen „Kreationen“ von Lars Hennemann. Erfrischend und ganz mein Humor – auch wenn ich nicht immer seine Meinung teile!

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