In Erfurt sind die Smarties alle

Es gibt Wochen, in denen fühlst du dich herausgefordert.

Zum Beispiel, wenn du FDP-Chef bist. Da stellen dir die braunen Buben eine deutlich erkennbare Falle, die man normalerweise im ersten Polit-Praktikanten-Proseminar der Friedrich-Naumann-Stiftung als solche zu erkennen lernt. Und trotzdem trittst du mitten in sie hinein. Vielleicht, weil du deinen eigenen Landesverband nicht im Griff hast. Oder weil du, wenn wir als immer noch fassungsloses Publikum bei der Analyse dir das mal mit maximaler Nettigkeit zugestehen wollen, besoffen von der Idee eines smarten Moves im Sinne der Demokratie warst. Die Liberalen als Retter zwischen den Extremen. Wäre geil gewesen. War aber leider nur maximal unsmart.


Dass unser amtierender FDP-Chefdarsteller und sein Erfurter Gebietsabschnittsbeauftragter aber wohl doch keine Smarties sind, konnte man sehen, als besagter Beauftragter die „Powered by Höcke“-Wahl tatsächlich annahm und sein Chef stundenlang rumeierte. Frei nach dem Motto „Schaunmermal, ob wir mit der Nummer durchkommen“. Was soll man davon halten? Entweder sollten beide dringend noch mal ein Schülerpraktikum bei der Naumann-Stiftung machen. Oder sind sie so charakterlos, dass ihnen braune Buben bumsegal sind? Oder halten sie uns alle für blöd? Wollte man uns doch tatsächlich glauben machen, dass man mit fünf Hanseln im Landtag eine mehr als vier Mal so starke, nach einem solchen Dammbruch gierende Truppe bei Laune halten könnte. Hat 1932 schon einmal super funktioniert, solch eine Kamikaze-Taktik. Für die Braunen.
Wer so was also tatsächlich für einen Plan hält, säuft vermutlich in seiner Freizeit ab mittags regelmäßig Farbverdünner. Oder ist möglicherweise FDP-Chef.

Ein wenig tröstlich für die Liberalen mag da sein, dass die CDU ihnen dicht auf den Fersen ist. Das Schauspiel, das die Christdemokraten bieten, schwankt auch irgendwo zwischen offenem Aufstand, Vollsprengung von innen und mehrdimensionaler Dummheit. Sowas passiert, wenn man die Chefin nur zur Hälfte auswechselt. Da läuft man schon mal Gefahr, dass das geneigte Publikum erkennt, dass die derzeit amtierende Halb-Chefin das Format für das Ausfüllen der zweiten Hälfte schlicht nicht hat.

Dass die Erfurter Staatskanzlei jetzt eine Spezialeinheit zum Kyffhäuser geschickt hat, weil nur noch der dort schlafende Friedrich Barbarossa neuer Ministerpräsident werden kann, ist ein Gerücht, dass wir hiermit … Moment bitte, das Telefon klingelt.
Donald, alter Rostritter. Kann es sein, dass du am Ende tatsächlich der einzig wahre Profi bist? Was du seit drei Jahren trotz null nachhaltigem Nachdenkens an Machterhalt zimmerst, ist zwar so dreckig wie manche braune Unterhose, aber zumindest technisch beeindruckend. Okay, neben deinen Gegnern, die dich so gerne ablösen wollen, aber in Iowa vielleicht Maiskolben, aber nicht Wählerstimmen richtig zählen können, wirkst sogar du schnell wie ein technischer Riese.

Das war‘s dann wieder – bis nächste Woche.

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