Horst lässt die Puppen tanzen

Es gibt Wochen, in denen denkst du über ausbaufähige Geschäfte nach.

Ein solches braucht natürlich erst einmal eine solide Basis. Unser Lieblingsdealmacher Donald „Ich kauf mir die Freunde, die ich für die nächsten zehn Minuten brauche“ Trump hat sie sich jetzt geschaffen. Erst stellt er Kanada, Frankreich und Deutschland per Twitter den G7-Stuhl vor die Tür, um danach um so lieber die Friedenspfeife mit Nordkorea zu rauchen.

Das war, wie immer, fantastisch. Großartig. Noch fantastischer und großartiger als je. Dass der Kim Trump großartig über den Tisch gezogen hat und dass ohne das nicht eingeladene China in dieser Nordkorea-Chose auch weiterhin exakt gar nichts läuft – wen stört so ein Kleinkram schon? Hauptsache die Schlagzeilen knallen, und die Propagandavideos aus Washingtoner Fabrikation sind derart perfekt, dass sich selbst hartgesottene Strategen aus Moskau und anderen lupenreinen Hauptstädten der Demokratie ob der Perfektion dieser Show weinend in ihren Kellern verkriechen.

Den Friedensnobelpreis hat Donald so gut wie in der Tasche und damit auch diesbezüglich dem Obama-Stümper gezeigt, wo der Hammer … Moment bitte, mein Twitter-Account explodiert.

„Was? Obama nur eingeholt? Frechheit. Euch werde ich es zeigen. Hier die nächsten großartigen Trump-Projekte!“ #ichbindergeilste #michhältniemandauf.

Erstes Projekt: Aussöhnung zwischen dem Dalai Lama und China. Der Dalai kommt in den Zoo nach Peking, zu den anderen Lamas. Dann ist da endlich Ruhe. Vor lauter Dankbarkeit lassen die Chinesen mich dann auf den Mount Everest einen Trump Tower bauen. Höher kommt keiner! Das ist Win-Win, da träumen die anderen Loser von.

Zweites Projekt: Iran und Saudi-Arabien. Wir parken einfach 237 Flugzeugträger in der Straße von Hormuz. Dann ist das da so voll, dass kein Tanker mehr durch passt. Wer dann als erster pleite ist und mit mir wieder so einen coolen Friedensgipfel durchzieht, bekommt zur Belohnung die in Korea eingesparten Atomwaffen und hält damit den anderen im Schach.

Drittes Projekt: Frieden zwischen CDU und CSU. Schwierig. Sogar für so einen coolen Dealmaker wie mich. Aber so geht’s: Die CIA inszeniert einen netten kleinen Putsch gegen die Merkel. In sowas haben wir Übung. In dem Moment, wenn der Seehofer dann ins Kanzleramt will, hole ich meinen Freund Wladimir aus der Kulisse. Der kennt sich in Berlin noch von früher aus und kann dann da machen, was er will. Ich habe dann als Belohnung endlich Ruhe vor diesen alten Dateien, mit denen er mich dauernd nervt, und Seehofers Horst wird dann Handelsvertreter für Matrjoschka-Puppen. Bei ihm weiß man doch heute schon nicht, was als Nächstes kommt.

Sie finden das alles albern, liebe Leser? Dann fragen Sie mal Ihren hoffentlich noch rüstigen Geschichtslehrer, der Ihnen in den Achtzigern die Welt erklärt hat. Ob er das Jahr 2018 so jemals für möglich gehalten hätte.

Das war’s dann wieder – bis nächste Woche.

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