Grottenschlechtes Koks im Knast

Es gibt Wochen, in denen muss man etwas ändern.

Meinungen zum Beispiel. Als erste die über Friedrich Merz und alle seine christdemokratischen Fanboys. Waren ja meistens Jungs, die in den letzten Wochen und Monaten unablässig betonten, dass Angela und Annegret es nur grottenschlecht können. Für einen Moment also dachte man, der Friedrich wolle wirklich was werden. War dann aber wohl nur Zwergenaufstand. Ist ja auch viel kuscheliger bei Blackrock. Da stört diese lästige Demokratie nicht so. Vielmehr kann man da ganz ungestört im Hinterzimmer überlegen, wie man diese lästige Demokratie hoch rentabel kauft.

Als zweite muss man die Meinung über das britische Königshaus ändern. Man dachte wirklich, die Windsors hätten aus dem Diana-Desaster gelernt. Aber Pustepastete: Da rümpft der Andrew im BBC-Interview bei Fragen nach seiner Bekanntschaft mit einer einschlägig bekannten Halbweltfigur derart snobistisch die Nase, dass man glauben könnte, im royalen Riechkolben stecke noch ein Rest realitätsdimmendes Koks. Seine arme Mutter muss es dann wieder richten. Wobei, ganz ehrlich: Die Queen ist eine hochanständige Person. Aber entschieden zu lange dran. Irgendwann hat man die Dinge nicht mehr im Griff. Ist ein bisschen wie bei der CDU.

Was tut es da gut, dass es in dieser sich stetig ändernden Welt noch einige Konstanten gibt, auf die man sich verlassen kann. Die Deutsche Bahn zum Beispiel. Sie bleibt weiter unpünktlich, ja. Aber darum geht es hier nicht. Sondern um die Bordrestaurants. Dort soll man demnächst den „Rindergulasch ungarische Art“ auch per EC-Karte bezahlen können. Der Erste, der jetzt sagt „Na das ist aber doch eine Revolution“ darf sich eine Bahnsteigkarte kaufen. In Wahrheit bleibt sich die Bahn hier doch komplett treu. EC-Karte, in Zeiten, in denen der Rest der Welt sich darauf einstellt, nur noch mit Smartphones zu bezahlen. Kann man machen. Ich nenne das „Konstant mit dem Zug hinter dem Zug der Zeit herfahren“. Dass demnächst sogar Telefaxgeräte aufgestellt werden sollen, ist ein Gerücht, dass wir hiermit umgehend aufs Abstellgleis …

Das ist jetzt die Stelle, an der eigentlich das Telefon klingeln sollte. Stattdessen Stille. Muss ich denn jetzt auch noch meine Meinung über den Donald ändern? Na ja, wahrscheinlich hat der Arme alle Hände voll zu tun, Befehle aus Moskau … Moment bitte, jetzt klingelt es doch.

Ein Reporter der „Totally Serious Times“ aus New York. Er will Donald und Andrew dabei gesehen haben, wie sie die ehemalige Zelle von Jeffrey Epstein als ihr WG-Quartier klar machen. Is klar. Und demnächst wird ein Ex-Funktionär, der jahrelang Gehalt als Polizist bezog, obwohl er Vollzeitgewerkschafter war, später ohne Rechtsgrundlage befördert wurde und immer wieder mit so lustig differenzierenden Begriffen wie „Kuscheljustiz“ und „Spaßpädagogik“ zur Versachlichung des Debattenklimas beitrug, Staatssekretär in Sachsen-Anhalt oder was? Gott sei dank geht es bei uns seriöser zu als jenseits des Großen Teichs. Sonst müsste ich ja meine Meinung über Deutschland ändern.

Das war‘s dann wieder – bis nächste Woche.

Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.