Freiheit für Kirmesboxer

Es gibt Wochen, in denen erledigt sich manches und mancher von selbst. 

Andreas Kalbitz zum Beispiel. Was hatte der Mann nicht alles bislang schadlos überstanden. Beobachtung durch den Verfassungsschutz, Rauswurfversuche seiner eigenen Partei, der auf einmal rührend um Rechts-Staatlichkeit besorgten AfD, und und und. Alles wirkungslos. Der Mann  grinste einfach weiter über seine randlose Brille, die man auf himmlisch alten Bildern schon einmal zu sehen geglaubt hat. Bis er selbst einen rechten Wirkungstreffer landete.

Blöderweise irgendwo zwischen Leber und Milz eines Parteifreundes. Und da hört der Spaß offensichtlich auch für unsere Vorzeigedeutschen aber sowas von auf. Wenn zwischen Leber und Milz noch nicht mal mehr ein Pils passt, weil du dieses für manche Politik-Karriere elementare Versorgungsdepot vom rechten Kumpel demoliert bekommst, ist schlagartig Feierabend. Also für die Karriere von_Kalbitz.

So ein_Befreiungsschlag hat manchmal echt was. Manchmal auch unerwünschte Nebenwirkungen. Auch wenn man nicht wie Herr Kalbitz selber prügelt, sondern prügeln lässt. Wie Herr Lukaschenko. Sie wissen schon, der am freiesten gewählte Diktator aller jemals in Weißrussland frei gewählten Diktatoren. Da wagt es das von ihm demokratiefrei gehaltene Volk doch tatsächlich, das von total freien Behörden frei interpretierte jüngste Wahlergebnis anzuzweifeln. Der wackere Diktator fackelt daraufhin nicht lange und lässt Schläge verteilen. Nicht nur zwischen Leber und Milz, sondern auch Schlimmeres.

Eine Zeit lang sah das trotzdem nicht gut aus für den Prügel-Potentaten. Bis auf einmal ein paar tausend Kilometer weiter östlich, im noch freieren großen Bruderstaat, einer der härtesten Kritiker der dortigen Regierung ins Koma fiel. Einfach so. Nicht durch Prügel und Schläge, aber wohl durch eine Giftkeule.

In der feinen Sprache der Politik bedeutet diese bestimmt total zufällige Koinzidenz folgende Ansage: „So, ihr Träumer da ein paar tausend Kilometer weiter westlich: Wenn wir keine Probleme damit haben, einen unserer schärfsten Kritiker auf offener Weltbühne final auf die Bretter zu schicken – was glaubt Ihr, wie viel Probleme wir damit hätten, mit ein paar Schläger-Touristen so lange aufzuräumen, bis in unserem weißrussischen Vorgarten wieder Ruhe im Karton ist?“ Ein Wirkungstreffer, dessen Absender unerkannt bleibt und der trotzdem ohne Ende wirkt – ganz hohe Schule.

Muss man definitiv nicht mögen, sowas. Aber der Unterschied zwischen Profis und Amateuren … richtig, Donald, das ist jetzt dein Stichwort. Was hast du noch mal getwittert, nachdem Joe Biden und seine Demokraten ihren virtuellen Parteitag ganz passabel in die Kameras gewuppt hatten? Man werde sich auf dem Schlachtfeld treffen. Du wirst es nie mehr lernen. Dass du demnächst mit dem Kalbitz eine Zweitkarriere als Kirmesboxer starten willst, ist hoffentlich kein Gerücht.   

Das war’s dann wieder – bis nächste Woche.

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