Europa wird ein Werte-Würstchen

Es gibt Wochen, in denen muss man auch mal Donald Trump loben.

Dafür, dass er gegenüber seinem eigenen (Wahl-)Volk so rücksichtsvoll ist und die größten politischen Knallbonbons ins Ausland entsorgt. Richard Grenell zum Beispiel, den sogenannten Botschafter der USA in Deutschland.

Der Mann droht hiesigen Firmen Sanktionen an, kritisiert die Haushaltspläne des Bundes und bringt den amerikanischen Geheimdienst ins Spiel, wenn es um den Ausbau des deutschen Mobilfunknetzes geht. Hm. Ein echter Sympathieträger, oder? Die letzten, die sich hierzulande – damals rechtmäßig – so verhalten durften, waren die Besatzer nach dem Krieg.

Der Botschafter mit Revolversprache hat es geschafft, sich in Diplomatenkreisen völlig zu isolieren. Lediglich Jens Spahn gilt noch als sein Freund. Vermutlich, weil die Kanzlerin gesagt hat: „Also wenn diesen Cowboy jemand austherapieren kann, dann doch der Gesundheitsminister. Ansonsten müsste ich überlegen, ob mein Kabinett an dieser Stelle richtig besetzt ist.“

Äh, nun, also, hm, Frau Merkel, wie sagen wir Ihnen das jetzt bloß?

Gar nicht, hat keinen Zweck. Dass der Grenell und der Spahn eine gemeinsame WG planen, ist allerdings ein Gerücht, dass wir hiermit mit geladenem Colt … Moment bitte, das Telefon klingelt.

Irgendjemand aus Moskau, Wutlin oder so ähnlich: „Wenn ich mich in der Ukraine so aufführe wie der Grenell bei Euch, dann seid ihr mir gleich wieder alle böse. Was hat der Trump, was ich nicht habe?“

Gute Frage. America First, Russia First, China First – so langsam verschwimmt das alles. Aber „Europe First“, das bekommen wir trotzdem einfach nicht hin.

Was im übrigen nicht nur die Briten schuld sind. Und auch nicht der Trump. Solange wir Demokratiefeinde wie Viktor Orban weiterhin mit Samthandschuhen anfassen, sind wir selbst verantwortlich. Orban ist jetzt temporär suspendiert – und lacht wahrscheinlich seit Tagen so laut, dass in der Puszta die Paprika platzt. Rausschmeißen will ihn niemand, man könnte ja nach der Wahl am 26. Mai die Stimmen seiner Partei noch brauchen.

Was waren noch mal genau die europäischen Werte, die am 26. Mai auf dem Spiel stehen und für die wir jetzt alle antreten?

War sonst noch was? Facebook hat mal wieder Millionen von Daten „verloren“. Gähn. Ein Weltkonzern mit der Professionalität einer Würstchenbude. Wobei das eine Beleidigung für jede gute Würstchenbude ist. Das Lustige ist bei Facebook ja sowieso, dass sie trotz aller Pannen die wirklich interessanten Daten nie „verlieren“. Dann könnte man sich ja am Ende vieles erklären. Den Herrn Wutlin mit seinem Einfluss etwa. Und somit auch den Donald und seinen Cowboy. Und auch den Brexit. Und vielleicht auch noch die Frage, warum der Toast immer auf die Seite mit der Butter fällt. Danach wird man ja wohl noch fragen dürfen.

Das war‘s dann wieder – bis nächste Woche.

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