Eine Melania mit allem

Es gibt Wochen, in denen musst du etwas auflösen.

Das mit dem Covfefe-Typen von letzter Woche zum Beispiel. Da stand er also im Büro. Ziemlich sauer, weil wir eine andere Meinung zu seinem Chef Donald hatten als er. „Wir erwarten Loyalität“, brüllte er.

Er war zu beruhigen. Wir haben ihm erklärt, wie das hier so läuft in Europa: Krankenversicherung für alle, du kannst studieren, ohne dich dafür bis zur Rente verschulden zu müssen, und du musst keine Angst haben, dass um die nächste Ecke der schlecht gelaunte Nachbar mit dem Sturmgewehr wartet, das es neulich bei „Trump Sports & Guns“ im Sonderangebot gab.

Es hat kurz in ihm gezuckt, dann hat er gesagt: „Ich kündige.“ Wir haben ihn beglückwünscht und gefragt, was er denn jetzt machen wolle. Antwort: eine Pizzeria aufmachen.

Kurze Zeit später flatterte ein Werbezettel ins Haus. Neueröffnung. Margherita, Calzone, Funghi, okay. Aber was war das? Eine Melania, eine Ivanka, eine Tiffany, … „Na das ist mal originell“, dachten wir und wollten sofort eine Melania mit allem bestellen. Ging keiner ans Telefon, also gingen wir zum Restaurant. Der Nachbar sagte, dass den Pizzabäcker schon länger niemand mehr gesehen habe. Komisch.

Aber gut, die Welt dreht sich weiter. Manche Frauennamen bringen vielleicht kein Glück. Auch Theresa zum Beispiel. Sie wissen schon, Theresa, die britische Premierministerin, die jetzt „Mayday, Mayday“ funkt.

Theresa Mayday, sorry, May ist mit dem Versuch, Donald Trump noch rechts zu überholen, krachend auf die Nase gefallen. Und womit? Mit Recht. Wer sich vor lauter Verzweiflung allen Ernstes zu der Aussage versteigt, dass man jetzt die Menschenrechte pulverisieren müsse, dem rufen wir zu: Liebe Frau May, lieber Mayday für Sie als für die Menschenrechte. Und nein, es zählt nicht zu den grundlegenden Menschenrechten auch britischer Politiker, das Wahlvolk für dumm verkaufen zu können.

Die Rettung für die Theresa soll nun die Arlene bringen. Arlene Foster. Arlene wer? Frau Foster ist die Chefin einer bislang außerhalb Großbritanniens unbekannten politischen Splittergruppe, der Democratic Unionist Party (DUP) aus Nordirland. Wir zitieren die Kollegen der „FAZ“: „Wegen ihrer Einstellung gegenüber ethnischen Minderheiten, Homosexuellen und dem Abtreibungsrecht wird die DUP rechts der britischen Konservativen verortet.“

Das nennt man also in Großbritannien mittlerweile Rettung … God Save The Queen, kann man da nur wünschen.

Aber gut, die Welt dreht sich weiter. Auf der Titanic hat die Kapelle ja auch bis zum Schluss gespielt. Und deshalb schunkeln sich die Theresa, die Arlene und ihre Unterstützerinnen, die Victoria (Beckham) und die Joan (Collins) ins fröhliche Brexit-Koma.

Für die Jüngeren: Frau Collins, das war die fiese Alexis aus „Denver-Clan“. Sie (also die Joan, nicht die Alexis) hatte ihre Haltung so begründet: Angesichts der vielen Einwanderer stehe zu befürchten, dass die britische Insel im Meer versinke.

Vielleicht ist das mit dem Brexit am Ende ja doch keine soooo schlechte Idee.

Das war‘s dann wieder – bis nächste Woche.

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