Dieses Klima ist einfach Käse

Es gibt Wochen, in denen beugst du vor.

Wie die Flugbereitschaft der Bundesregierung. Die musste sich nämlich dieser Tage einer heiklen Bewährungsprobe stellen: das fehlerfrei zu erledigen, wofür sie zuständig ist und bezahlt wird. Die Aufgabe lautete, Angela Merkel zum G20-Gipfel nach Japan zu bringen.

Wer diese Anmoderation jetzt gehässig findet, der sei daran erinnert, dass die Kanzlerin beim letzten Gipfel Asyl in einer spanischen Linienmaschine beantragen musste. Und die letzte Kabinettssitzung, bei der alle Minister tatsächlich anwesend waren, liegt auch schon eine ganze Weile zurück, weil einer garantiert immer in Burkina Faso, Bhutan oder Kiribati strandet.

Also dachten sich die Schlaufüchse von der Flugbereitschaft etwas Besonderes aus: Sie schickten zwei Maschinen auf die Reise. Wenn eine dann mal wieder Triebwerksprobleme, Husten oder Verstopfung hat, nimmt man halt die andere. Oder schlachtet sie aus, in der Hoffnung, dass die Teile bis Japan reichen. Dass man auf diese Weise die Umweltbilanz der selbst ernannten Klimakanzlerin mal eben doppelt so schlecht macht, ist ein Kollateralschaden, durch den das Klima durch muss.

Man überlege nur, jeder von uns würde das so machen: Mein alter Diesel ist nicht mehr ganz so zuverlässig. Da lasse ich lieber meine Frau in einem zweiten hinterher fahren. Das kann die Darmstädter Innenstadtluft bestimmt noch ab.

Immerhin gibt es aber auch Institutionen, die derlei kompensatorisch entgegenwirken. Die Marine zum Beispiel: Nachdem sie schon 2017 das U-Boot „U35“ vor Norwegen so demoliert hatte, dass es bis heute nicht einsetzbar ist, hat es kürzlich das Schwesterschiff „U36“ erwischt. Angeblich weniger schlimm (also nur so ein ganz leichter Kratzer wie bei der „Gorch Fock“), aber auch das vor Norwegen.

Aus zwei mach Null, das Klima atmet durch. Dass der wie immer einsatzbereite Verfassungsschutz trotzdem bereits eine 300 Mann starke Sonderkommission mit der Bezeichnung „SoKo Wikinger“ auf der Suche nach linksradikalen Saboteuren im Offizierskorps der Marine eingerichtet hat, ist ein Gerücht, das wir hiermit gefechtsmäßig … Moment bitte, das Telefon klingelt.

Donald, alter Schönwetterkapitän. Wie meinen? Du hast auch Probleme mit deinem Dienstflugzeug? Dir gefällt die Farbe der „Air Force One“ nicht, das helle Blau ist zu babymäßig? Lackier das Teil wie du willst, aber nimm nicht die Farbe deiner Haare. Du willst doch seriös wirken. Und nicht für einen Großhändler bereits vergammelnden Cheddar-Käses gehalten werden. Und nein, da ist auch kein Deal drin: Käse, der so aussieht, kauft noch nicht mal unsere Marine als Bordverpflegung.

Nach allem, was man hört, kam die Kanzlerin gut in Japan an. In welcher Maschine ist zweitrangig. Für Deutschland gilt im Moment: Hauptsache, einer kommt durch. Nicht nur in der Luft. Danke, Merkel.

Das war‘s dann wieder – bis nächste Woche.

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