Die Lachkrämpfe der AfD

Es gibt Wochen, in denen knallt es.

Nein Donald, leg dich wieder hin. Du hast zwar oft einen Knall, aber nicht alles, was knallt, fällt deshalb automatisch in deine Zuständigkeit.

Gemeint ist natürlich der Verzicht Angela Merkels auf den Parteivorsitz und damit perspektivisch auch auf die Kanzlerschaft. Gerüchtehalber hat sich Peter Altmaier noch schützend vors Büro der Kanzlerin geworfen und „Erbarme“ gerufen. Aber die Hesse kamen und haben ohne viel Federlesen einen Haken an die Ära Merkel gemacht.

Und schon laufen sich potenzielle Potenzialträger, die sich selbst Potenzial zutrauen, als potenzielle Nachfolger der vor noch gar nicht allzu langer Zeit mächtigsten Frau der Welt warm. Der Knaller ist natürlich Friedrich Merz. Vor sechzehn Jahren aus der Fraktion raus, vor zehn aus der Politik und seither Lobbyist für Blackrock. Einen Finanzdienstleister, den sogar mancher Hedgefonds-Manager für gefährlich hält. Die Sehnsucht nach Konservatismus muss groß sein in vielen Köpfen. Oder dem, was mancher nach achtzehn Jahren Merkel dafür zu halten bereit ist.

Nächster Matador: Jens Spahn. Der will noch einmal über Flüchtlinge diskutieren. Klar, wird ja auch allerhöchste Zeit, dass das endlich mal einer tut. Frag doch einer mal den Seehofer, der macht da bestimmt auch mit. Kleiner Tipp: Helfen Sie, werter Herr Spahn, doch dabei mit, dass dieses Land endlich ein Einwanderungsgesetz bekommt. Es war Ihre Partei, die sich in der Vergangenheit immer wieder dagegen gesträubt hat. Nach gefühlten hundert Jahren großer Koalition hätten wir bei diesem Thema längst weiter sein können. Aber schon klar, das hätte die Bereitschaft zu Einsicht bedingt.

Also Annegret Kramp-Karrenbauer, die Fortsetzung von Angela Merkel mit anderen Mitteln? „Geh fort“, sagen sie im Saarland. Bei der CDU vermutlich auch.

Obwohl, Merz wäre immerhin erfrischend ehrlich. Man bräuchte nicht länger irgendwelche Hinterzimmer-Mauscheleien. So VW-mäßig oder so. Nein, man wüsste gleich, was los ist. Das hätte schon was für sich. Moment bitte, das Telefon klingelt.

Ja, Donald, klar, ihr fahrt auch super mit sowas. Also du und deine Golfkumpels. Nur blöderweise nicht die Masse derer, die dich gewählt haben. Aber so lange die immer noch auf Hillary schimpfen können, merken die das gar nicht. Das könnte bei uns mit der Merkel auch prima funktionieren.

Man sieht den Parteitag der Christdemokraten schon förmlich vor sich: Alle denken „Merkel muss weg“, und alle bemühen sich lautstark, es nicht auszusprechen. Stattdessen wird man bestimmt endlich wieder vernünftig miteinander umgehen wollen.

Dass die AfD sich jetzt still und heimlich für mindestens acht Wochen Lachkrämpfe rüstet, ist natürlich nur ein bösartiges Gerücht. Das wir hiermit linksgrünversifft trotzdem aufschreiben.

Das war‘s dann wieder – bis nächste Woche.

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