Die Insel der Gentlemen

Es gibt Wochen, in denen träumt man.

Man träumt, einen Anruf zu bekommen. Einen Anruf, in dem man ein Video angeboten bekommt, in dem einschlägig bekannte, lupenreine Demokraten auf einer Insel die Weltherrschaft planen. Die Handlung trägt sich folgendermaßen … Moment bitte, das Telefon klingelt.

Donald, alter Albtraum. Jetzt warte doch mal, du kommst schon noch dran.

Wo waren wir? Ach so, Mittelmeer, Weltherrschaft, Video an. Also: Im Raum befinden sich Donald T., Wladimir P., Xi J. und ein Typ, den man nicht erkennen kann, weil er ein Hoodie trägt. T. beginnt zu sprechen: „Wladimir, das läuft alles ganz super. Meine Wähler halten mich immer noch für einen Amerikaner. Also: Ab 2024 regiert Ivanka, ich darf bei dir 200 Hochhäuser bauen, und dafür bekommst Alaska mit allem Öl zurück. Und Amazon. Mit der Kohle von dem Bezos kannst du dir imPrinzip bei uns alles kaufen, was du willst. Und diese linksversiffte Washington Post gehört dir dann übrigens auch. Die schreibt dann jeden Tag, was sie soll.“

Der Typ im Hoodie hustet. Für einen Moment sieht es auf dem Bild so aus, als rage ein Stück Kabel unter seiner Kapuze hervor.

Wladimir P. grinst in sich hinein und trinkt noch einen alkoholfreien Ingwertee, bevor er spricht: „Das ist ja für den Anfang ganz nett, aber wer garantiert mir, dass das so kommt?“

Der Typ mit dem Hoodie nestelt an seinem Ohr und beugt sich nach links.

Dort sitzt Xi J. Er sagt: „Ich garantiere das. Herr T. mag ja hier noch einen auf dicke Hose machen, aber wenn ich ihm den Kredithahn zudrehe, dann gehen nicht nur in seinen Hochhäusern die Lichter aus.“

T. holt tief Luft und will etwas sagen, aber P. wirft ihm einen bösen Blick zu. T. salutiert und tut so, als sei er weiterhin Herr seiner Mimik.

Der Typ im Hoodie holt ein Smartphone aus der Tasche.

J. wendet sich zu P.: „Also, was bekomme ich dafür? Antwort P.: „Kalifornien.“

Der unbekannte Typ nimmt seine Kapuze ab. Es ist Mark Z. Er sagt: „Ist inOrdnung, aber ich gehe davon aus, dass unser Firmensitz davon ausgenommen und Freihandelszone wird. Wir sind nicht länger staatlichen Restriktionen unterworfen, ansonsten (er hält das Smartphone hoch) poste ich das jetzt.“

Niemand hat Einwände, außer T. P. zeigt ihm daraufhin ein Foto, und T. gibt schlagartig Ruhe. Eine Frau mit rautenförmigen gefalteten Händen serviert stumm Kaffee.

Etwas klingelt. Nicht das Telefon, sondern mein Wecker. Ich frage mich, ob ich paranoid werde. Aber ich weiß, dass ich so was noch vor Kurzem nie hätte geträumt hätte.

Das war‘s dann wieder – bis nächste Woche.

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