Der Frosch als Berater

Es gibt Wochen, in denen bemühst du Sprichworte.

Zum Beispiel dieses: „Wenn du den Teich trocken legen musst, frag nicht die Frösche.“ Wir legen an dieser Stelle großen Wert auf die Feststellung, dass wir nichts gegen Frösche haben. Ist nur ein Sprichwort, muss man ja heutzutage schon dazu sagen. Der Frosch als Sinnbild ist also gemeint.

Wofür denn nun? Frösche sind äußerlich vielfach grün. Das verbindet sie mit Bundeswehrsoldaten. Und schon sind wir mitten im Thema. Frau von der Leyen – Sie wissen schon, das ist die für nicht schwimmfähige Boote, am Boden stehende Flugzeuge und um die Ecke schießende Gewehre zuständige Ministerin – hat derzeit ein bisschen Ärger. Weil die Summe, die sie für Berater ausgibt, mittlerweile fast so hoch ist wie die, die noch für die zu Beratenden – also die Soldaten – und ihr Material zur Verfügung steht. Frei nach dem Motto „Hier klappt zwar nix mehr, aber wir haben jede Menge Erklärungen dafür.“

Das Ganze hat jetzt auch den Bundestag auf den Plan gerufen. Er will jetzt vom Ministerium wissen, ob das denn alles so sein muss. Und weil sich das offenbar nicht so einfach beantworten lässt, hat das Ministerium jetzt für diejenigen seiner Mitarbeiter, die dem Parlament jetzt Rede und Antwort stehen sollen, neue -Achtung, Tusch! – Berater angeheuert.

Wäre ja auch ein bisschen leichtsinnig, zuzugeben, dass man entweder keine Ahnung von dem, wofür man bezahlt wird, oder dass man schon lange nichts mehr selbst entscheiden darf, was man nur so Old School auf der Basis von Fachwissen durchaus alleine und preiswerter hätte entscheiden können.

Nein, so einfach geht das wirklich nicht. Deswegen erklären uns jetzt Berater, was andere Berater angerichtet haben. Der Bundestag wird sich daraufhin zur Beratung zurückziehen. Und dabei gut beraten sein, diesen Saust… Moment bitte, das Telefon klingelt.

Donald, altes Haus? Läuft gerade nicht so, oder? Michael Cohen, der böse Kim aus Korea – deine Woche will man nicht geschenkt haben. Was willst du? Einen Berater, der dich wieder in die Offensive bringt? Sorry, die haben alle keine Zeit gerade. Sind alle in Berlin. Oder im Trockendock in Bremerhaven, wo sie versuchen, die „Gorch Fock“ wieder zusammenzupuzzeln.

Wo waren wir stehen geblieben? Richtig, der Bundestag sollte sich jetzt wirklich ein für alle Mal überlegen, wie er diesen Saust… Moment bitte, da kommt eine WhatsApp-Nachricht.

Eine „ministerin_uvl“. Sie schreibt, dass Sie mir gerne die passende Antwort auf diese Glosse geben würde, aber gerade sei kein diensthabender Berater da. Ich möge mich bitte gedulden, bis die „Gorch Fock“ repariert sei.

Ne, bis dahin bin ich Rente. Also dieses Ministerium jedenfalls, dieser Saust… Ich glaube, ich frage auch mal einen Berater, ob ich dieses Wort wirklich schreiben sollte. Nicht, dass Sie am Ende noch denken, die Redaktion sei ein Saustall.

Das war‘s dann wieder – bis nächste Woche.

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