Das Plätzchen des Politbüros

Es gibt Wochen, in denen isst man ein Plätzchen.

Bisschen hart, das gute Stück. Ist glaube ich noch von Weihnachten übrig. Aber irgendwie war es ja auch ein hartes Jahr. Und das nächste wird noch härter. Wetten? Für einen Teller Borschtsch haben wir für Sie, liebe Leserinnen und Leser, die berühmte Wahrsagerin Angela M. aus B. engagiert. Und was deren Glaskugel so alles zeigt …

In den USA zum Beispiel wird der Zweite Bürgerkrieg, äh, sorry, der Präsidentschaftswahlkampf toben. Am Ende wird sich Donald Trump zum Sieger erklären, egal ob er es nun tatsächlich ist oder nicht. Das Wort Niederlage wird auf sein Geheiß durch den neuen Bildungsminister Chuck Norris vollständig aus der englischen Sprache entfernt.

Trumps Wahlkampfschlager wird der neue, 51. Bundesstaat sein: Ost-Virginia, Hauptstadt London, das früher als England bekannt war. „Ich bin der erste Präsident seit … (an dieser Stelle murmelt er etwas Unverständliches, damit keiner merkt, dass er sich in Geschichte nur fast so gut auskennt wie in Atomphysik) …, der das Land vergrößert hat.“

Der Gouverneur von Ost-Virginia, Boris Johnson, wirft als Geste der Dankbarkeit gegenüber der neuen Zentrale ein deutsches Auto, ein chinesisches Handy und eine Flasche Romanée Conti in die Themse. Dann setzt er sich vor eine Kamera im ehemaligen BBC-Fernsehen, das jetzt JRGNFNN heißt (Johnson’s Real Good No Fake News News) und sagt: „Das war unsere Tea Party.“

Kurz danach klingelt in Washington und London zeitgleich das rote Telefon, von dem wir dachten, es sei durch den „Wind of Change“ 1989 in den Atlantik gepustet worden. Pustekuchen. Am Apparat scheint ein ziemlich heiserer Typ zu sein, Darth Puter oder so ähnlich. Jedenfalls röchelt er „Das habt ihr fein gemacht. Dafür bekommt ihr ein Wodka-Eis“ in den Hörer.

Etwas weiter östlich, in Peking, macht man Kassensturz. Zufrieden stellt man fest, dass man Afrika jetzt komplett im Portfolio hat. Aber die Zufriedenheit hält nur kurz an. Dann beginnt sich das Portfolio-Politbüro zu langweilen. Der diensthabende Praktikant reicht dem Chef daraufhin eine Weltkarte und einen Dartpfeil. Der zitternd am Prenzlauer Berg einschlägt.

Was in Berlin aber niemand merkt. Stattdessen schreibt die neue Bundeskanzlerin Annalena Kramp-Schwesig ihr Tagebuch mit den Themen voll, die das Land in den nächsten zwölf Monaten in Atem halten sollen: ein Tempolimit für Windradflügel, vegane Sitzbezüge für Züge ab Baujahr 2041, Resozialisierungskonzepte für Vermieter und das Versteigern von SAP auf Ebay im Rahmen des Programms „Analog ist besser“. Und zum krönenden Abschluss … Moment bitte, das Telefon klingelt.

Donald, alter Retter. Was habe ich da nur für einen Kram geträumt. Aber dieses Plätzchen vorhin hatte auch echt seltsam geschmeckt.

Das war’s dann wieder – bis in drei Wochen.

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