Blaue-Bohnen-Bembel

Es gibt Wochen, in denen muss alles raus.

Die ganze Wahrheit über Corona zum Beispiel. Also dann: Wenn die neue Weltordnung über uns hereinbricht, also die mit Corona als Vorwand, dann werden die Illuminaten, die Reptiloiden und die Impf-Mafia … Moment bitte, das Telefon klingelt.

Der diensthabende Praktikant im Berliner Wahrheitsministerium. Der muss irgendwie mitbekommen haben, dass ich hier endlich mal als freier Journalist frei was schreiben wollte. Und schon bekomme ich gesagt, dass ich damit aufhören soll. Wie bekommen die das nur mit in Berlin? Vermutlich, weil auch ich einen Windows-Rechner mit einem Programm von diesem Bill_Gates benutze.

Tja, schade eigentlich. Wieder nichts mit der Wahrheit. Aber Rettung naht: Ein antisemitischer Sänger, ein kompassloser Radiomoderator und ein veganer Ex-Koch, der jetzt in blauen Bohnen macht, haben sich jetzt mit vielen anderen Eingeweihten zusammengetan, um uns andere Meinungen Ausblendenden endlich die Augen zu öffnen.

Ich höre sie schon wieder, die Rufe von Unterdrückung, Unterwerfung und ähnlichem. Von denen, die sich mit_Megafonen auf große Plätze stellen und herausposaunen, dass sie diesen Unterdrückerstaat komplett sch… finden. Und denen deshalb trotzdem nichts passiert. Weil dieser Unterdrückerstaat sie in Ruhe lässt. Sie posaunen, regen sich auf und wieder ab, und am nächsten Morgen stehen sie wieder frei auf. Und hoffentlich gesund, weil an Abstand glauben sie ja ebenso wenig wie an Wissenschaft. Gut, dass dieser Unterdrückerstaat auch für sie Krankenhausbetten bereit hält, wenn es darauf ankommt. Ehrlich.

Jedenfalls: Ich kapiere nicht, was denen fehlt. Das Erlebnis, wenigstens einmal ohne Widerspruch und weiterhin frei abweichende Meinungen anderer vollumfänglich Recht zu bekommen?

Vom Nachdenken darüber kann man einen Brummschädel bekommen. Wie nach dem Genuss von drölf Äpplern. Wobei ich hier dem hessischen Nationalgetränk nicht noch mehr schadende Worte hinterherrufen will, als dass diese Woche ohnehin schon geschehen ist. Einer seiner prominenteren Erzeuger hatte die Aludosen, in die er sein Getränk abfüllen ließ, gegen den braunen Aluhut eingetauscht. Um nach einer leise gemurmelten Entschuldigung in einer einschlägigen Postille laut von einer Enteignung durch eine linke Kampagne zu schwadronieren.

Genau, vermutlich war das so: Der Aluhut bembelte so völlig unschuldig vor sich hin, als plötzlich linke Mainstream-Meinungs-Monopolisten aus seinen Streuobstwiesenbäumen sprangen und ihn mit vorgehaltener blauer Bohne zwangen, seine selbstzerstörerischen Reichsbürger-Sprüche ins Netz zu kübeln. Schon link, so eine Taktik.

Hm. Die im Wahrheitsministerium müssen wohl mittlerweile eingeschlafen sein. Ist bei Licht betrachtet wohl auch besser so. Darauf einen Äppler – aus dem Gerippten.

Das war‘s dann wieder – bis nächste Woche.

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