Augen auf beim Löschangriff

Es gibt Wochen, in denen geht zwar nicht alles zu Ende, aber manches.

Das Schuljahr zum Beispiel. Ein Schuljahr, in dem man vor allem als Eltern die eine oder andere Erfahrung machte. Unter anderem die, dass man sich entweder als zu blöd oder als einfach nur bockig einstufen lassen musste. Nur weil man nach dem bisschen wirtschaftlichem Weiterfunktionieren unter Coronabedingungen und der damit verbundenen fiskalischen Absicherung des Staatsapparates es einfach nicht auch noch auf die Reihe bekam, dem Nachwuchs Vektorrechnung, die Brechtsche Verfremdung oder den Zitronensäurezyklus einzutrichtern. Und das, wo der liebe Nachwuchs eigentlich seit dem Lockdown im März lieber geschlossen den Leistungskurs „Angewandte Freizeitgestaltung“ belegt hätte.
Nein, da muss man wohl einfach mal ein bisschen herunter kommen von seinem Anspruchsdenken in Richtung Apparat. Und zu kleinlich sein sollte man dann auch nicht, wenn Teile des lehrenden Apparats sich selbst attestfrei zur Risikogruppe erklären und dann die eigenen Kinder zuhause mit dem Zitronensäurezyklus vertraut machen. Win-Win gibt es eben nicht für jeden, da hilft am Ende nur das gute alte „Augen auf bei der Berufswahl“.

Auch so ein Stichwort dieser Tage: Was machen die eigentlich beim Verfassungsschutz so beruflich? In Hessen versucht man die Antwort darauf gerade im Lübcke-Prozess zu finden. In Sachsen wiederum ist gerade der oberste Schlapphut von seinem Posten abgezogen und versetzt worden. Angeblich, weil er sich weigerte, Daten von AfD-Abgeordneten löschen zu lassen. Ein Schelm, wer sich das dabei denkt: Die AfD muss man gar nicht mehr vor Enttarnung schützen. Die enttarnt sich mittlerweile ziemlich gut selbst. Aber am Ende käme noch raus, was die Top-Kräfte, die unsere Verfassung schützen sollten, am rechten Rand der Elbe so alles versemmelt haben. Da ordnet man vielleicht statt des großen Lausch- tatsächlich den großen Löschangriff an. Und wenn dabei noch irgendwelche erhellenden Rest-daten zum NSU in den Daten-Orkus gespült werden

Löschen würde man am liebsten auch … Moment bitte, das Telefon klingelt. Donald, alter Festplattencrash. Wie meinen? Ob die Sachsen vielleicht auch noch ein paar belastende Akten mitschreddern könnten? Dein High-School-Zeugnis zumBeispiel, das auch ohne Corona und Apparat-Ausfall ein Dokument des Grauens war? Oder den – natürlich nicht existierenden – Mailverkehr mit Putin zu den gesteuerten Taliban-Angriffen in Afghanistan? Den Taliban, mit denen du danach den faulsten Frieden seit dem großen Grie-Soß-Waffenstillstandsabkommen zwischen Frankfurt und Offenbach abgeschlossen hast? Hm, warte mal. Elbe. Sachsen. Dresden. Wo hat der Putin noch mal in seiner Zeit als KGB-Mann …? Hallo? Donald? Bist du noch da? Hm, seit wann kannst du Russisch? Ich glaube, ich lege jetzt lieber auf.

War sonst noch was? Der Chef der Stiftung Sächsische Gedenkstätten hat die Krawalle von Stuttgart als „Bundeskristallnacht“ bezeichnet. Jetzt sagt er, das sei Ironie gewiesen. Klar,Mann. So wie dein überlieferter früherer Satz von Weißen als „bedrohter Minderheit“. Ich erkenne da ein Muster. Mit dem könnte mich ja beim Verfassungsschutz an der Elbe bewerben. Aber ob die mich da nehmen würden?

Das war‘s dann wieder – bis nächste Woche.

Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.