Anschaulich aus dem Auspuff

Es gibt Wochen, in denen man eine Warnung aussprechen muss.

Eine Warnung vor den nächsten Zeilen. Zartbesaitete sollten ab hier nicht weiterlesen.

Nun gut, Sie sind gewarnt worden. Also: Politik ist ein raues Geschäft. Normalerweise beharken sich dabei unterschiedliche Lager. Was aber, wenn eine Regierung so über die eigenen Leute spricht: „Er ist ein verdammter paranoider Schizophrener.“ Oder (allerletzte Warnung vor dem Weiterlesen!): „Ich bin nicht Steve. Ich versuche nicht, meinen eigenen Schwanz zu lutschen.“

Was dann? Erste Möglichkeit: Du bist gerade zufällig in einem Land, in dem Politik auch mal mit Faustschlägen im Parlament gemacht wird. Soll es geben, östlich des Elbsandsteingebirges. Ist aber hier nicht das Thema.

Zweite Möglichkeit: Lügenpresse. Mal wieder von diesen Schmierfinken alles erstunken und erlogen. Ist aber hier auch nicht der Fall (eigentlich nie, aber das ist ein ganz anderes Thema).

Dritte Möglichkeit: Du bist in den USA des Jahres 2017. Und damit haben wir es hier zu tun. Die besagten Zitate stammen von Anthony Scaramucci, Donald Trumps neuem Kommunikationschef. Adressaten waren die (bisherigen?) Trump-Freunde Reince Priebus (Stabschef) und Steve Bannon (Chefstratege und semiprofessioneller Darth Vader-Doppelgänger).
Scaramucci führte dazu aus, er pflege eine „anschauliche“ Sprache. Dann machen wir das auch: Früher musste die Mafia in den USA ja gerüchtehalber noch dafür sorgen, dass missliebige Präsidenten eine Cabrio-Fahrt nicht überleben. Heute haben ihre Manieren und ihre Sprache offiziell im Weißen Haus Einzug gehalten.
Wie immer im Leben kann man aber auch daraus lernen: Uns geht es so was von gut. Wenn das nächste Mal ein Verbal-Pups aus, sagen wir mal, Bayern Richtung Berlin geht – einfach an den anschaulichen Anthony denken. Das rückt die Verhältnisse schnell gerade.

Apropos: Unsere Autobauer und das, was den Auspups-, sorry, -puffrohren ihrer Produkte entweicht, legen die Axt an die Wurzeln unserer Wirtschaft. Dass sie dafür von Markt und Gesetz bestraft werde n, haben sie verdient. Aber wer hätte die grotesk überbezahlten Rost-Rüpel eigentlich kontrollieren sollen? Die Antwort führt erneut nach Bayern.

Alexander Dobrindt. Anstatt die Republik jahrelang mit einem Pups-Thema wie der Pkw-Maut zu quälen, hätte er sich und anderen doch besser die Frage gestellt, ob ein 400 PS starker Zweieinhalb-Tonnen-Porsche wirklich umweltfreundlich sein kann.

Früher gab es in Autos Vergaser. Heute nicht mehr. Aber nehmen Sie, liebe Leser, doch einfach mal das „g“ und das „s“ aus diesem Wort und tauschen Sie die Reihenfolge. Welches Wort bekommen wir dann? Richtig. Das, welches Herrn Dobrindt exakt beschreibt.

Das war’s dann wieder – bis nächste Woche.

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