Angst essen Wähler auf

Es gibt Wochen, in denen schlägst du krachend auf.

Sogar als Käpt‘n des Raumschiffs „Bavaria One“. 37 Prozent sind zwar keine komplette Bruchlandung, aber als Zeremonienmeister MC „Ich bin die einzig wahre Weißwurst“ Söder bist du ja schon eigentlich mehr gewohnt. So wie es aussieht, hat die Landung aber nicht allzu weh (oder sollte man sagen, nicht weh genug?) getan. Söders gerupfte Christsoziale machen jedenfalls krachledern weiter. Schaunmermal, ob es den Freien Wählern gelingt, sie zu resozialisieren. Wäre schon hilfreich, so aus gesamtdeutscher Perspektive.

Geradezu interstellar beliebt – auch außerhalb von Bayern – sind derzeit zumindest in Umfragen die Grünen. Auch wenn niemand so recht weiß warum. Vielleicht, weil sie am Ende das sind, was sie nie sein wollten, nämlich das kleinste aller Übel? Schaunmermal: CDU? Das sind doch die, die vor lauter Furcht vor der AfD nicht mehr wissen, wer sie sein wollen. Und niemand mag den Geruch der Angst. SPD? Da riecht es erst recht streng. Diagnose: maximale Multi-Angst, vor allem vor der Fünf-Prozent-Hürde. Was sofort zur FDP führt. Das sind doch die, die sich vom Acker machen, wenn es ernst wird, nach dem Motto „Lieber klugscheißen als klug regieren“. Und die AfD? Lassen wir das. Linke? Auch.

Die Grünen also. Die haben immerhin den Robert. Das muss dann als Erklärung reichen. Okay, und die Annalena. Und den Tarek. Und den Anton. Selbst die Diplom-Sirene Claudia Roth wirkt in Zeiten wie diesen wie die Verkörperung der besten Laune. Was mindestens so viel über die Grünen aussagt wie über das spaßfreie Niveau, auf das das Gros der politischen Konkurrenz zwischenzeitlich abgesunken ist.

Gesunken ist auch die Hoffnung auf eine irgendwie noch mit Spurenelementen von Vernunft gespickten Einigung zum Austritt Großbritanniens aus der EU. Man könnte meinen, die Briten hätten den Seehofer, der ja jetzt irgendwie sehen muss, wo er noch bleiben könnte, als Berater engagiert. Haben sie aber nicht. Theresa May macht sich und ihre Nation auch ohne interstellar absurde Parolen aus Ingolstadt zum Deppen.

Die gute Nachricht für May: Angela Merkel steht nach wie vor voll hinter ihr. In früheren Zeiten wäre das ein sicheres Zeichen für den baldigen Abgang Mays gewesen. Heute sieht das eher so aus, als würden sich zwei abgekämpfte Frontfrauen gegenseitig stützen. Das hätte man sich so noch vor zwei Jahren nicht träumen lassen. Aber Freundschaft und Nicht-Freundschaft sind in der Politik seit jeher keine besonders haltbaren Kategorien.

Nicht wahr, Herr Macron?

Das Telefon klingelt. Nein, Donald, du hast keine Freunde. Alles andere sind Fake News.

Das war‘s dann wieder – bis nächste Woche.

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