Am Ende Frau May ist

Es gibt Wochen, in denen wusstest du schon vorher Bescheid.

Beim Brexit zum Beispiel. Das konnte nichts werden. Auch jetzt nicht, als Frau May heiser wie die Raben auf dem Londoner Tower gegen die absehbare Pleite ankrächzte. Und sie nicht verhindern konnte. Also die Pleite, nicht die Raben.

Es ist bekannt, wie es mit England endet, wenn die Raben den Tower verlassen. Ganz übel. Also so wie jetzt. Der bekanntermaßen handfeste britische Humor hat unter anderem diesen Satz geprägt: „You can‘t polish a turd“. Frei übersetzt bedeutet das ungefähr das: Man kann Mist noch so schön lackieren, es bleibt trotzdem Mist. Das gilt auch für den Brexit. Da hilft kein Gekrächze, kein Schönreden, kein Wasauchimmer. Er ist die dümmste politische Idee seit der Erfindung von Donald Trump.

Was in diesem Zusammenhang die Frage aufwirft, ob … Moment bitte, das Telefon klingelt. Donald, alte Socke. Wie meinen? Du hast dich selbst erfunden? Ja klar. Und jetzt ist dir der Lack ausgegangen. So ein Mist aber auch.

Ganz entschieden ab ist der Lack auch bei Christian Lindner. Sie wissen schon, der oberste Politiker-Darsteller der FDP, der sich immer dann vom Acker macht, wenn es ernst werden könnte. Jetzt hat er den freitäglich gegen Klimawandel protestierenden Schülern ein Zeugnis geschrieben, in dem der zentrale Satz steht, dass der Nachwuchs das Politikgeschäft doch lieber den Profis überlassen solle. Sich selbst kann er damit nicht meinen, nicht nur wegen der Alles-besser-wissen-aber-nichts-besser-können-Attitüde. Nein, auch weil Lindner seinGeschwätz von gestern nicht mehr interessiert. Noch zur Bundestagswahl hatte er plakatieren lassen „Schulranzen verändern die Welt – nicht Aktenkoffer“. Mit den Bäumen, die für die Plakate drauf gingen, hätte man besser das Klima gerettet.

SchonMeister Yoda – Sie wissen schon, dieser ebenso weise wie coole grüne Schrumpel-Gnom aus den Star-Wars-Filmen – hat es auf den Punkt gebracht: „Viel Macht viel Verantwortung bedeutet.“ Vielleicht hatte Christian Lindner also doch einen hellen Moment, als er vor der Verantwortung floh. Dann müsste er eigentlich jetzt nur noch öfter mal schweigen, und alles wäre inOrdnung.

Na ja, fast alles. Wie ernst es jedem, der jetzt freitags Transparente schwenkt statt in Mathe Leistung Tangentialvektoren zu berechnen, mit dem Klimaschutz ist, wissen wir nicht. Als neulich in Berlin Weltfrauentag und somit Feiertag war, schmolz die Teilnehmerzahl schneller als die Gletscher in den Alpen. Bestimmt nur so ein blöder Zufall.

Aber sei‘s drum. Die Jungen konnten es den Älteren zu keiner Zeit jemals recht machen. Erst müssen sie sich über Jahre anhören, sie seien so unpolitisch. Dann demonstrieren sie, und schon ist es auch wieder nicht recht. Damals, als wir über den Nato-Doppelbeschluss oder die Volkszählung stritten, da war das natürlich noch was anderes. Da haben wir es den Alten aber mal gezeigt. Blöd, wenn wir es jetzt selbst mal gezeigt bekommen? Wie sagte schon Yoda? „Die kleinere Truppe wir sind, aber größer im Geist.“ Schreib‘s auf, Lindner!

Das war‘s dann wieder – bis nächste Woche.

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