Alle in einen Sack

Es gibt Wochen, in denen braucht Donald Trump gar nicht anzurufen.

Weil er bereits ausgesprochen hatte, was wichtig war: „This is the end of my presidency. I‘m fucked.“ Dies ist das Ende des Schauspiels, das ich als Präsidentschaft auszugeben versuche. Ich bin, äh, fast so aufgeschmissen wie ihr, die ihr diesem Schauspiel ausgesetzt seid. So zu lesen im Bericht von Sonderermittler Robert Mueller. Es kam am Ende aber doch anders, als der aufgeschmissene Donald befürchtete. Mit einer Mischung aus Lügen, Rechtsbruch und Einschüchterung gelang es ihm, genug unbelegbar zu machen. Wie man das halt so macht in gewissen Kreisen. Unter gar niemals mafiösen Ehrenmännern. Mueller sagt, was gute Demokraten dann sagen müssen: Im Zweifel für den Angeklagten.

Damit sollte es dann auch mal gut sein. Es bringt nichts, weiterhin … Moment bitte, das Telefon klingelt. Donald, alte Weißweste. Du bist wirklich der Tollste, Beste und Unschuldigste. Schweigen in der Leitung. Gute Taktik für die Zukunft. Einfach zuschleimen. Rüpel verhalten sich erst recht wie Rüpel, wenn man sie fortgesetzt Rüpel nennt. Muss ja nicht sein. Vor allem, weil es das Risiko erhöht, dass sie noch einmal gewählt werden.

Definitiv nicht die Wahl hat man, wenn man nach Paris schaut. Auch wenn Feuerwehrleute das Schlimmste verhindern konnten, tun die Bilder der schwer beschädigten Kathedrale von Notre-Dame in der Seele weh. Als wahrscheinlichste Brandursache gilt unter den Ermittlern mittlerweile ein Kurzschluss.

Einen kompletten Kurzschluss hatten zweifelsfrei auch diejenigen, die schon bald nach dem Feuer eine ganz andere Erkenntnis durchs Netz jagten: Islamisten hatten die Kirche angezündet. Aber diese „Wahrheit“ werde bestimmt wieder niemand als wahr ansehen wollen.

Warum auch, liebe AfD? Nach allem, was wir wissen, ist es nicht wahr und war es nie. Wenn ihr mit irgendeinem Dreck bei der nächsten Wahl punkten wollt, müsst ihr euch wohl anderen Dreck suchen.

Ähnliche geistige Kurzschlüsse muss man allerdings auch anderen attestieren: beinharten Christenfeinden, die sich öffentlich freuten, dass in Frankreich nach vielen kleineren endlich auch mal eine große Kirche brennt. Oder völlig vernagelten Linksauslegern, die sich der kulturlosen Ansicht zeigten, dass es um dieses steinerne Zeugnis des Kulturimperialismus nun nicht wirklich schade sei.

Meine Oma hätte gesagt: Alle in einen Sack. Du triffst immer den Richtigen.

Puh, hartes Fazit vor einem Osterwochenende. Gibt es denn gar nichts Versöhnliches? Doch: In immer mehr Supermärkten finden sich Eier aus Betrieben, die männliche Küken nicht in den Schredder schicken. Und diese Eier kosten nicht nur zu Ostern nur ein paar Cent mehr als „normale“. Das ist doch mal eine gute Nachricht. Für jährlich bis zu 50 Millionen Küken allein in Deutschland.

Das war‘s dann wieder – bis nächste Woche.

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