Pamela komponiert für Schnecken

Es gibt Wochen, da kommen manche Antworten dann doch.

Es war offenbar kein Terrorist, der den Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund verübt hat. Aber wohl ein Trittbrettfahrer, der unter falscher Flagge kleinkriminelle Ziele hatte. Es ist für geschätzte 5000 Euro Beute tatsächlich etwas Schlimmes passiert in Dortmund.

Das Böse ist immer und überall. So sang vor über 30 Jahren die Erste Allgemeine Verunsicherung (EAV). Was waren das für unschuldige Zeiten: Das Lied, aus dem diese an Kreisler geschulten Zeilen stammten, hieß „Ba-Ba-Banküberfall“, die dazugehörige LP „Geld oder Leben“. 2017 bleibt einem das Lachen im Halse stecken. So wie es aussieht, wurde Borussia Dortmund Opfer eines Banküberfalls 2.0.

Das Böse ist immer und überall. Auch wieder in Frankreich. Und das kurz vor der Präsidentschaftswahl. Ausgerechnet. Die perfide Logik des IS spielt in die Karten derer, die mit den Rezepten von vorgestern die Fragen von heute beantworten wollen. Das klappt nicht zuletzt deshalb so gut, weil man bei unseren Nachbarn bis gestern zu viele Probleme einfach wegignorieren wollte. Oder mit viel Aufwand und noch mehr Rhetorik in den Betonsilos der Vorstädte kasernieren.

Das Böse ist immer und überall. 2011 in Norwegen, als Anders Breivik 77 Menschen tötet. Die meisten von ihnen jugendliche Teilnehmer eines Feriencamps. Der Mann, der heute in einem Hochsicherheitsgefängnis sitzt, ist beinharter Nazi und steht dazu. 2017 attestiert ihm Jens Maier, seines Zeichens Richter und Bundestagskandidat der AfD, nach übereinstimmender Schilderung von Zuhörern, aus Verzweiflung getötet zu haben. Verzweiflung über Multikulti, das ihn heimatlos gemacht habe.

Da könnte man jetzt verunsichert sein: Sind wir umzingelt von Heimatlosen, die um sich schießen? Die einen, weil sie warum auch immer nicht richtig integriert sind, sich nicht integriert fühlen oder es gar nicht sein wollen? Und die anderen, weil Integration für sie Teufelszeug ist? Was für ein Blech. Manchmal trägt das Böse einfach nur Anzug oder Kostüm und will gewählt werden.

Wir sollten die wählen, die andere Antworten haben als Gewalt und Gegengewalt. Wir haben diese Wahl immerhin noch. In der Türkei sieht es damit nicht gut aus. Dort rollt jetzt der Erdowahn-Zug. Nächster Halt Todesstrafe.

In Frankreich wiederum ist jetzt eine entscheidende Wende im Wahlkampf eingetreten. Die berühmte Fachkraft für Wasserwirtschaft Pamela Anderson („Baywatch“) ist von ihrem Schwimmbrett herabgestiegen und macht Werbung für den radikalen Linken Jean-Luc Mélenchon. Weil der die Tiere schützen will. Außerdem macht er Wahlkampf als Hologramm. Er ist auf diese Weise in sieben Städten gleichzeitig präsent. Aber nur in einer wirklich. Fake News à la française sozusagen. Seriös klingt dagegen die Meldung, dass jetzt vor lauter Freude alle Schnecken für Mélenchon stimmen wollen. Falls sie es rechtzeitig an die Urnen schaffen.

Wir haben im Übrigen den Verdacht, dass die Merkel auch nicht echt ist. Alles nur ein Computerspiel. Abends klettert der Altmaier immer in den Keller des Kanzleramtes und daddelt uns was vor. Blöd wird das nur, wenn er Urlaub hat. Dann muss der de Maizière übernehmen, und das geht meistens schief.

„Mein Computer ist ein Guter. Er komponiert, ich sitz daneben und warte, was passiert.“ Noch ein quasi prophetisches Zitat der EAV. Die komponierten Wahrheiten sind unser größtes Problem. Auf lange Sicht ist nur Vernunft vernünftig. Alles andere endet böse.

Das war’s dann wieder – bis nächste Woche.

Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>