König Olaf von München

Es gibt Wochen, in denen ist alles zu spät.

Zu spät etwa, um an Zufälle zu glauben. Es war kein Zufall, dass am 5. März 2020 offenbar, wie aus guter Quelle verlautet, Paragraf 122 Absatz 2 der bundesdeutschen Finanzgerichtsordnung zur Anwendung kam. „Juhu“ hüpft das Steuerzahlerherz jetzt vor Freude, geht es der kalten Progression an den Kragen? Oder den Hütchenspielern von Wirecard? Nein, es geht um unser aller Rente. An der ist bekanntlich sicher, dass sie immer weniger abwirft. Und jetzt noch dieser Paragraf …

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Augen auf beim Löschangriff

Es gibt Wochen, in denen geht zwar nicht alles zu Ende, aber manches.

Das Schuljahr zum Beispiel. Ein Schuljahr, in dem man vor allem als Eltern die eine oder andere Erfahrung machte. Unter anderem die, dass man sich entweder als zu blöd oder als einfach nur bockig einstufen lassen musste. Nur weil man nach dem bisschen wirtschaftlichem Weiterfunktionieren unter Coronabedingungen und der damit verbundenen fiskalischen Absicherung des Staatsapparates es einfach nicht auch noch auf die Reihe bekam, dem Nachwuchs Vektorrechnung, die Brechtsche Verfremdung oder den Zitronensäurezyklus einzutrichtern. Und das, wo der liebe Nachwuchs eigentlich seit dem Lockdown im März lieber geschlossen den Leistungskurs „Angewandte Freizeitgestaltung“ belegt hätte.
Nein, da muss man wohl einfach mal ein bisschen herunter kommen von seinem Anspruchsdenken in Richtung Apparat. Und zu kleinlich sein sollte man dann auch nicht, wenn Teile des lehrenden Apparats sich selbst attestfrei zur Risikogruppe erklären und dann die eigenen Kinder zuhause mit dem Zitronensäurezyklus vertraut machen. Win-Win gibt es eben nicht für jeden, da hilft am Ende nur das gute alte „Augen auf bei der Berufswahl“.

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Ein doppeltes T. ist ziemlich Banane

Es gibt Wochen, in denen geht es einfach um die Wurst.

Okay, das ist jetzt eine zwar nahe liegende, aber letztlich doch billige Überleitung zu den famosen Produkten des noch famoseren, kreuzbraven westfälischen Mittelständlers T. Eigentlich ist das keine Discounter-Kolumne hier, aber manchmal muss man eben nicht nur im Fußball auch dahin gehen, wo es wehtut. Immerhin, ganz eindeutig Premium sind einige Fähigkeiten, über die der Herr T. aus R. offensichtlich verfügt. Anders wäre es nicht zu erklären, dass man aus so unterschiedlichen Zutaten wie Massenunterkünften, ausbeuterischen Anstellungsverträgen und Preisdrückerei bis die Sau quietscht edelste Ware zusammensägen und -rühren kann. Das kann nicht jeder.

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Brüllaffen im Bundesbällebad

Es gibt Wochen, in denen geht es um Zahlen.

Bei der Corona-App zum Beispiel. Ich freue mich seit drei Tagen, wenn alles im grünen Bereich ist. Allein, wenn ich an die Zahlen denke: 83 Millionen Einwohner, aktuell knapp 5000 aktive Krankheitsfälle – die statistische Wahrscheinlichkeit, eine andere Farbe als Grün angezeigt zu bekommen, ist wahrscheinlich ähnlich hoch wie die, eine Allergie gegen bolivianische Brüllaffen zu entwickeln. Womit hier ausdrücklich nichts gegen Brüllaffen gesagt sein soll, schon gar nicht gegen bolivianische. Man sieht sich bekanntlich immer zwei Mal …

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Lass es knallen, Joe!

Es gibt Wochen, die fühlen sich an wie eine Serie endloser Duelle.

In welchem Team spielst du – Team Drosten oder Team Streeck? Scuderia Söder oder Mannschaft Merz? Veggie oder doch noch Fleisch? Auto oder Fahrrad? Nutella oder Nutoka? Wenn du dich nicht sofort scharfkantig festlegst (am besten mit drei Belegen dafür in den Sozialen Netzen), bist du eine gefährliche, meinungslose Amöbe. Gefährlich deshalb, weil du deiner Pflicht zur Haltung nicht nachkommst.

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Kapitänsdinner auf dem Sklavenschiff

Es gibt Wochen, in denen fehlt es irgendwo. An irgendwas. Entscheidendem.

Wissen zum Beispiel. Diesbezüglich unauffällig blieb in letzter Zeit lange die AfD, weil Corona nun wirklich ein Thema für Leute mit Ahnung von der Materie und nicht nur mit Ahnung vom Hetzen ist. Aber wo nun aktuell aus den USA auch andere üble Bilder herüberschwappen, laufen unsere besorgten Lieblingswelterklärer wieder zu intellektueller Höchstform auf.

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#twittermussfreibleiben

Es gibt Wochen, in denen beißt sich die Katze in den Schwanz. 

So geschehen in dieser, als Donald der twitternd total tolerant Temperierte von seinem bislang widerspruchslosen Lieblingskanal, auf dem er gefühlt eigentlich alles verbreiten konnte, dann doch einmal Gegenwind bekam. Als Donald der total Temperierte nämlich (wegen aktuell eher übersichtlicher Umfragewerte) Zweifel an der Korrektheit der – schon ab Spätsommer möglichen – Briefwahlen zur US-Präsidentschaft äußerte, widersprach ihm Twitter doch glatt – per Faktencheck.

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Blaue-Bohnen-Bembel

Es gibt Wochen, in denen muss alles raus.

Die ganze Wahrheit über Corona zum Beispiel. Also dann: Wenn die neue Weltordnung über uns hereinbricht, also die mit Corona als Vorwand, dann werden die Illuminaten, die Reptiloiden und die Impf-Mafia … Moment bitte, das Telefon klingelt.

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Sargdeckel im Nebel

Es gibt Wochen, in denen wird es traurig.

Vom fernen Pazifikstrand in Amerikas Norden, an dem kalter Nebel hochhaushohe Bäume küsst, wabert klagender Gesang in unsere mitteleuropäischen Gehörgänge. Es ist Bill Gates – Sie wissen schon, der Mann, wegen dessen PC-Betriebssystemen man seit Generationen regelmäßig aus dem Fenster springen könnte -, der seiner emotionalen Zerrissenheit herzzerreißend Ausdruck verleiht.

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Gottes Praktikum im Urwald

Es gibt Wochen, in denen wird es unübersichtlich.

Also so rein religiös gesehen. Nachhaltig verwirrt hat uns etwa der große Befreiungstheologe Jair Bolsonaro. Dass er den Amazonas von Bäumen, sein Land von Demokratie und sein Gewissen von Skrupeln befreit, war uns ja bereits hinlänglich geläufig. Jetzt aber befreit er den bislang gewohnten Messias-Begriff von angestammten Bedeutungen. Er – Jair – sei Messias, aber Wunder könne er nicht vollbringen. Auch nicht, wie er dieser Tage verlauten ließ, gegen Corona.

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