Zu Besuch in Essen (4)

Steam Line im Test. Foto: Schüler

Steam Line im Test. Foto: Schüler

Endspurt bei der großen Spielemesse in Essen. Lotte Schüler ist für uns dabei:

Die Hälfte der Spielemesse in Essen ist schon vorüber. Von den ca. 1000 Neuheiten habe ich mir nur einen kleinen Teil näher angeschaut und noch weniger gespielt. Wer den Ehrgeiz hat, möglichst viel zu spielen, kommt heftig in Stress. Hier mal ein Überblick über ein paar Spiele, die mir lohnenswert erscheinen.

Los geht es mit einem Spiel aus dem Verlag Kosmos: „Steam Time” von Rüdiger Dorn, empfohlen ab 12 Jahren. Schon diese Altersangabe lässt vermuten, dass der taktische Anspruch sich  im oberen Bereich bewegt, denn hohe Altersangaben wegen jugendgefährdender Inhalte sind bei Brett- und Kartenspielen eher selten, aber nicht unmöglich. Das Spiel habe ich übrigens mit einem jungen deutsch-holländischen Paar getestet. Nicht nur die Aussteller, auch das Publikum auf der Messe ist international. Mir macht es Spaß mal mit ganz anderen Spielern am Tisch zu sitzen, auch wenn ich natürlich die Mitglieder meiner Spielkreise schätze. Jetzt geht es aber endlich los, nachdem die freundliche Spieleerklärerin (im Verlags-Jargon: Supporterin) vom Verlag die komplexe Regel erklärt hat. Jeder hat ein Tableau vor sich liegen, das eine dampfgetriebene Luftschiff-Flotte darstellt. Die gilt es technisch weiterzuentwickeln, indem man sich auf dem allgemein zugänglichen Spielplan Errungenschaften holt. Der Kniff ist die geschickte Planung beim Erwerb dieser Fortschritte, die mit Edelsteinen bezahlt werden, die wiederum mit Geld gekauft werden müssen. Und wenn man es ganz schlau anstellt, spendiert das Spiel bei solch einer Aktion einen satten Bonus.

Bei den Neuerscheinungen finden sich auch unzählige Erweiterungen. Sobald ein Spiel gute Verkaufszahlen erreicht, bemühen sich Verlage und Autoren darum, diesen Erfolg noch lange am Laufen zu halten und Fans ihres Spieles mit immer neuen Erweiterungen in die Läden zu locken. Ein Dauerbrenner ist das Legespiel „Carcasonne” vom Hans-im-Glück-Verlag. Wer dabei schon seinen spielbegeisterten Nachwuchs an sein Lieblingsspiel heranführen will, kann das mit der Version „Über Stock und Stein” tun. Und wer statt der mittelalterlichen Landschaft des Grundspiels lieber in fernen Galaxien unterwegs ist, hat dazu bei „Star Wars Carcassonne” Gelegenheit.

Und da ich gerade beim Thema Erweiterungen bin – nein, heute nennt man die „Expansions” – hier eine völlig unvollständige Liste zu dem, was die Messe an Erweiterungen bietet: Zum Spiel des Jahres 2015 („Colt Express”), zum Kennerspiel „Orleans”, zu „Russian Railroads”, zum kooperativen Spiel „Pandemie”, zum Spiel des Jahres 2014 („Camel Up”), zum komplexen „Terra Mystica”, zu „Tash Kalar” aus einem tschechischen Verlag, zum witzigen Western-Karten-Bluff-Spiel „Bang!”, zum Stadt-Aufbau-Würfel-Spiel „Machi Koro”, zum lustigen „Beasty Bar”, zum Dauerbrenner „Activity” und zum kooperativen „Die Legenden von Andor” gibt es Neues, das den ultimativen Spielspaß verspricht.

Noch zuverlässiger als das pünktliche Erscheinen echter Züge erscheinen Erweiterungen zu Alan Moon’s „Zug um Zug” von Days of Wonder. Diesmal wird das Liniennetz in Großbritannien erweitert. Noch in der letzten Messestunde gab es einen freien Spieltisch, und den habe ich sofort genutzt. Im Land der Briten braucht man Technologie-Karten, um die gewünschten Strecken nutzen zu können. Falls jemand das Spiel nicht kennt: Es geht darum, den vorgegebenen Streckenplan auf dem Spielbrett mit Zügen der eigenen Farbe zu besetzen, um damit diese Strecken auch nutzen zu können. Und es gibt eine Monsterstrecke, die satte 40 Punkte bringt. Wer die baut, hat auf jeden Fall die Nase bei den Siegpunkten erst mal vorne. Mein erster Eindruck war, dass – noch mehr als beim Grundspiel – hier das Timing eine große Rolle spielt.

Ganz gewiefte Messebesucher haben Listen in der Tasche über all die Mini-Erweiterungen, die es ganz oder fast umsonst an den Ständen gibt. Tradition ist schon eine Mini-Erweiterung zu „Zooloretto” aus dem Abacusspieleverlag, Spiel des Jahres 2007. Zu „Hanabi” aus dem gleichen Verlag und Spiel des Jahres 2013, ist ebenfalls eine Mini-Erweiterung erschienen.

Am Somntag begebe ich mich auf die Suche nach dem ultimativen Spielespaß ohne Karten und Würfel.

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