Zu Besuch in Essen (3)

Und Kamela zickt doch. Foto: Lotte Schüler

Und Kamela zickt doch. Foto: Lotte Schüler

Kollegin Lotte Schüler treibt sich weiterhin bei der „Spiel 15″ rum, der großen Spielemesse in Essen. Ihr Bericht:

Nach dem denklastigen Spiel „Mombasa” habe ich mich leichterer Kost zugewendet. Ich fange mal beim einfachsten und lustigsten an: „Kamela zick nicht” von David Fu, empfohlen ab 4 Jahren und erschienen im HCM Kienzle Verlag. Jeder Spieler – pardon Ali Baba – möchte der  geduldig knienden Kamela  noch ein weiteres Gepäckstück aufladen. Doch irgendwann wird das Kamel-Mädel zur Zicke, springt auf und wirft alles ab. Wer das ausgelöst hat verliert die Runde, gewinnt aber die Lacher der anderen. Ich könnte mir vorstellen, dass die zickende Kamela auch in Erwachsenenrunden zur Heiterkeit beiträgt, vor allem zu vorgerückter Stunde. Allerdings bin ich nicht sicher, wie viel Stress der Mechanismus aushält – übrigens ohne Elektronik und Batterien.

Etwas mehr Denkarbeit verlangt „Schatzjäger” von Richard Garfield (bekannt als Autor des Sammelkartenspiels „Magic, the Gathering”), ab 8 Jahren, erschienen bei Queen Games. Wie der Name vermuten lässt, müssen die Spieler Schätze sammeln und nebenbei noch Goblins verjagen. Jede Runde tauchen an drei Orten je zwei Schatztruhen auf. Die bekommt, wer von diesem Ort die höchste und die niedrigste Summe auf den passenden Karten vorweisen kann. Interssant wird das Ganze, weil jeder zunächst nur eine seiner Handkarten behält, den Rest weitergibt, von Nachbarn neue erhält – und so weiter. Dadurch hat jeder ein paar Informationen über die Karten, die im Umlauf sind. Sehr unangenehm sind diebische Goblins und etliche Negativ-Schätze, für Überraschung sorgen Sonderkarten. Ein Achtjähriger war gerade mit seinen Eltern auf Schatzjagd, mit heißen Backen und glänzenden Augen. Er fand das Spiel so toll dass nicht sicher ist, ober er bis Weihnachten noch warten wird, bis das Spiel in seinem Besitz ist.

Celestia. Foto: Lotte Schüler

Celestia. Foto: Lotte Schüler

Mein persönlicher Favorit der Kategorie Familienspiele wurde an diesem Tag „Celestia” von Aaron Weissblum, ab 8 Jahren, erschienen im Heidelberger Spieleverlag. Reihum wird jeder Spieler zum Kapitän eines Luftschiffs, in dem er die Verantwortung für seine Passagiere übernimmt. Besonders  nett ist die Ausstattung mit einem kleinen Papp-Luftschiff, in dem die Spieler  ihre Spielfiguren einsetzen, statt selber Knochenbrüche zu riskieren. Denn leider droht bei jeder neue Station der Absturz durch unangenehme Ereignisse, die der Würfel bestimmt. Ein guter Kapitän hat dann genau die passenden Handkarten, um den Absturz zu vermeiden. Und wer seinem Kapitän solche Fähigkeiten nicht zutraut, kann schnell aussteigen und sich mit ein paar Siegpunkten zufrieden geben. No risk, no fun sagen sich die Mutigeren und scheitern entweder grandios oder werden mit mehr Siegpunkten auf späteren Etappenzielen belohnt. Einfache Spielregel, Glück, Bluff und ein Hauch Gemeinheiten zusammen mit der schönen Ausstattung ergeben ein richtig gutes Familienespiel.

Für den nächsten Tag stehen dann wieder wieder anspruchsvollere Spiele auf meiner Liste.

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