Zu Besuch in Essen (2)

Lust auf eine Partie Mombasa? Foto; Lotte Schüler

Lust auf eine Partie Mombasa? Foto; Lotte Schüler

Lotte Schüler vertreibt sich weiterhin die Zeit bei der „Spiel 15″, der großen Spielemesse in Essen. Hier ihr Bericht:

Noch bevor offiziell die Spielemesse am Donnerstag die Tore für Besucher öffnete, hatten Pressevertreter Gelegenheit, das eine oder andere Spiel auszuprobieren. Da bot sich der Dietzenbacher Verlag Amigo an.

Los ging es mit Gipfelstürmer” von Friedemann Friese: Jeder Spieler hat fünf Steinböcke am Start und versucht, als  erster mit zwei seiner Kletterkünstler den Gipfel auf dem Spielplan zu stürmen. Als Wegezoll wird eine bestimmte Zahlenkombination verlangt, die es zu erwürfeln gilt – quasi eine Art Kniffel auf dem Brett. Angeblich sind Steinböcke begabte Schubser, jedenfalls bei diesem Spiel. Das ist witzig – wenn auch nicht für den Geschubsten, der dadurch an Höhe verliert. Das kann manchmal das Spiel mehr in die Länge ziehen als der Spielspaß trägt.

Interessanter fand ich das Kartenspiel „Die Portale von Molthar”. Auch hier werden Zahlenkombinationen verlangt, diesmal nicht aber nicht durch Würfeln sondern mit Handkarten. Wer Glück hat, zieht oder findet in der offenen Auslage genau die Zahlenkarten, die gerade gefragt sind. Als Belohnung erhält er eine Siegpunktkarte, die meist als Bonus eine Zusatzfähigkeit besitzt. Beides sind einfache Familienspiele, ab acht beziehungsweise zehn Jahren empfohlen.

Kontrastprogramm gab es am Donnerstagmorgen. Einigermaßen ausgeruht wagte ich mich an ein taktisches Schwergwicht: „Mombasa” von Alexander Pfister, erschienen bei eggertspiele/Pegasus. Pegasus hat seinen Sitz in Friedberg und ist somit übrigens auch einer der Hessen in Essen. Bei „Mombasa” geht es zwar um schnöde Siegpunkte, aber wie man an die drankommt, das ist richtig knackig. Jeder beginnt mit Handkarten, die Aktionen wie den Kauf neuer Karten, das Errichten von Handelsposten oder das Agieren des Buchhalters erlauben. Mit dreien davon programmiert man Aktionen für die neue Runde. Ein sehr raffinierter Mechanismus verlangt genaue Planung, wann ich welche Karte einsetze. Zusätzlich muss ich entscheiden, an welchen Platz meines Tableaus ich die Karten lege, um sie in der nächsten Runde zusammen mit passenden, vorher gespielten Karten wieder auf die Hand nehmen zu können. Bei dem hohen Lärmpegel der Messehallen eignet sich dieses Spiel nicht so wirklich zum Ausprobieren. Aber es war selbst unter dem Härtetest zu erkennen, dass dieses Spiel das Potenzial dazu hat, anspruchsvolle Spieler immer wieder an den Spieletisch zu fesseln.

Wenn meine heiß gelaufenen kleinen grauen Zellen sich wieder abgekühlt haben, werde ich mich erneut ins Getümmmel stürzen und so bald wie möglich an dieser Stelle über die brandaktuellen Spiele berichten.

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