Wüstensöhne (2)

Die vergessene Stadt. Foto: Schmidt Spiele

Die vergessene Stadt. Foto: Schmidt Spiele

Kooperative Spiele sind im Trend. Die „Legenden von Andor“ sind ein wunderschönes Beispiel. Gemeinsam gegen einen Feind zu kämpfen, ist zunächst etwas ungewohnt, weil man auf die üblichen Gemeinheiten verzichten muss. Doch wenn sich immer neue Probleme ergeben, sorgt das bisweilen für reichlich Spannung – so wie bei „Die vergessene Stadt“.

Unser Gegner sind in diesem Fall nicht Drachen, Monster oder Aliens, sondern Abertausende Sandkörner. Die Wüste wächst von Runde zu Runde – und droht unsere Abenteuer irgendwann völlig zu verschlucken. Jeder Spieler übernimmt einen Helden, vom Forscher über den Archäologen bis zum Navigator. Jede Figur hat dabei Spezialfähigkeiten: Der Bergsteiger zum Beispiel darf Dünen betreten, der Navigator kann gleich noch ein paar Mitspieler bewegen, und der Wasserträger hat ein bisschen mehr Flüssigkeit in seiner Feldflasche als die anderen.

Das Spielfeld ist angenehm übersichtlich: Es umfasst 25 Felder, wobei eines davon frei bleibt. Hier ist das Zentrum eines bedrohlichen Sandsturms, der von Runde zu Runde weiterrückt. Mal ist er hier, mal dort – zufällig aufgedeckte Windkarten entscheiden über seine Stärke und Richtung. Ein Feld, das eben noch sandfrei war, kann also jederzeit wieder unter einem Berg Körner verschüttet werden. Unsere Abenteurer müssen den Sand abtragen und gleichzeitig die Einzelteile einer mysteriösen Flugmaschine finden. Nur mit dieser können sie letztlich aus der Wüste fliehen. Doch unter welchen Feldern Motor, Propeller, Kompass & Co. auf ihre Entdeckung warten, ist ungewiss. Und wo ist überhaupt die Startrampe? Zudem sorgen Ausrüstungskarten für Überraschungsmomente.

„Die vergessene Stadt“ beginnt gemächlich, nimmt aber zügig Fahrt auf. Denn während zu Beginn des Spiels nur zwei oder drei Windkarten pro Zug aufgedeckt werden müssen, sind es in der Schlussphase bereits fünf oder sechs – und das Wasser wird auch immer knapper. Es lohnt sich also, ausgiebig zu diskutieren und die Spezialfähigkeiten geschickt einzusetzen. Wir haben den Spielmodus zunächst unterschätzt – und sind im letzten Zug trotz ursprünglich bester Aussichten dann doch gescheitert.

Das gibt fünf Punkte.Fazit: Erfinder Matt Leacock hat 2010 schon mit „Die verbotene Insel“ ein sehr schönes kooperatives Spiel vorgestellt, und „Die vergessene Stadt“ steht dem in nichts nach. Es ist kurzweilig, kommunikativ und hübsch gestaltet. Ein großer Pluspunkt ist die sehr gut bebilderte Anleitung, die keine Fragen offen lässt.

Eckdaten:

Die vergessene Stadt

2-5 Spieler, Schmidt-Spiele, zirka 20 Euro

Alter: ab 10 Jahren

Dauer: 45 Minuten

Anleitung: leicht verständlich

Spielmaterial: sehr gelungen und robust – genau richtig für Vielspieler

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