Wieder daheim

Die Spiel 14 hat ihre Tore wieder geschlossen. Am Ende schlichen die letzten unentwegten Spieler noch schwer bepackt mit Spielepaketen durch die Gänge, vorbei an Standpersonal, dem mehr oder weniger deutlich der Stress von vier Tagen Messebetrieb anzusehen war.

Ich bin wieder zu Hause, glücklicherweise als Autofahrerin nicht vom Bahnstreik betroffen. Der hat auch auf einige Messebesucher seine Schatten geworfen, die sich eigentlich der Bahn anvertrauen wollten. Die hatten gehofft, stressfrei zurück nach München, Wien oder Berlin zu kommen. Vonwegen.

Fazit von dem, was ich selbst erlebt, gespielt und erfahren habe: Es gibt wieder viele interessante, komplexe Spiele, von denen leider auch viele in der Masse der Neuerscheinungen untergehen werden.

Mal ehrlich, eigentlich gibt es längst genug Spiele, um uns Spieler ein Leben lang zu unterhalten, egal welche spielerischen Vorlieben wir pflegen. Trotzdem ergreift uns Spielefans jedes Jahr schon lange vor dem Oktober  das Messe-Fieber und wir begeben uns auf die Suche nach dem ultimativen Highlight. Die Siedler von Catan” (von unserem Roßdörfer Spieleautor Klaus Teuber, Kosmos Verlag) war vor 20 Jahren so ein Superspiel. Solch ein Glanzlicht wurde nach meiner Beobachtung auf dieser Messe nicht gesichtet, viele gute Spiele schon. Orleans” (siehe mein Bericht gestern) gehört sicher dazu, hat auch pfiffige neue Spielideen und bekam viele positive Bewertungen. Schon fast auf dem Weg zum Auto entdeckte ich noch Madame Ching” (Verlag Hurrican, Vertrieb Asmodee). Dessen Regeln sind relativ einfach: Karten in aufsteigender Nummerierung legen und das eigenen Schiff vorwärts ziehen. Wenn keine höhere Karte mehr möglich ist gibt es, je nach End-Feld, eine Belohnung und eine neue Reise beginnt. Da muss man nur zählen können. Aber ein paar kleine Regelzusätze machen aus diesem einfachen Spiel ein spannendes Rennen mit der Möglichkeit, dem Mitspieler auch mal in die Planken zu fahren.

Aufgefallen ist mir auch die beachtliche Qualität von Spielen unserer östlichen Nachbarn. Kenner wissen schon um  Spiele aus dem Verlag Czech Games Edition. Und auch aus unserem Nachbarland Polen weht frischer Wind in die Spielelandschaft.  Für solche kleinen Verlage ist oft der Vertrieb ein Problem. Sie schlupfen daher gerne unter die Fittiche großer Vertriebspartner wie dem Heidelberger Spieleverlag, Pegasus Spieleverlag oder Asmodee. Auch darüber wird auf der Messe verhandelt, und man sieht immer wieder seriös aussehende Damen und Herren durch die Gänge eilen zum nächsten Geschäftstermin.

Nicht das wir Spieler nicht seriös wären, aber wir kleiden uns eher lässig, um den anstrengenden Messetag gut zu überstehen.

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