Unter Spieleverrückten

Lotte Schüler über das “Gathering of Friends”, das nordamerikanische Spieletreffen, Teil 2:

Die Hunts. Foto: Lotte Schüler

Die Hunts. Foto: Lotte Schüler

Lisa und Walter Hunt aus Massachusetts gehören zu den Stammgästen des “Gathering”. Walter erzählt, dass er schon immer spielt. Den Kinderschuhen entwachsen, entwickelte sich seine Leidenschaft für Konfliktsimulations-Spiele. Das sind Spiele, die an längst vergangener Zeiten erinnern, bei denen vor allem männliche Sprösslinge mit Zinnsoldaten kriegerische Auseinandersetzungen simulierten. Solche Spiele waren lange Jahre in den USA fast die einzigen, mit denen Erwachsene ganze Wochenenden verbringen konnten. Walter ist Historiker und besitzt als solcher auch das nötige Geschichtswissen. Da kann er auch mal seinen Beruf ins Spiel integrieren, oder umgekehrt. Es habe aber 25 Jahre gedauert, bis ein von ihm entwickeltes Spiel auf den Markt kam, erzaehlt er. Außerdem habe er als Schüler gerne “Risiko” gespielt.

Auch sein Frau Lisa war schon immer gerne zu einem Spielchen bereit, auch in den Jahren, die sie in ihrer Jugend in Frankreich verbrachte. Mit leuchtenden Augen berichten beide davon, welche Offenbarung es war, als sie zusammen die Welt moderner Brettspiele entdeckten. Und beim jährlichen Treffen an den Niagarafällen haben sie Gelegenheit, neue Lieblingsspiele zu entdecken. Aktuell gehören “Grand Austria Hotel”, “Kashgar” und “Roll for the Galaxy” zu Walters Favoriten. Mit einem Seitenblick auf Lisa meint er, dass seine Frau nicht so erpicht darauf sei, ein Spiel zu analysieren. Ja, bestätigt sie, ein Quantum Glück müsse beim Spiel auch dabei sein. Daher mag sie nicht so sehr “Funkenschlag”, liebe aber “Mercator”, “Zug um Zug” und das Würfelspiel “Roll for The Galaxy”.

Während ich die beiden fotografiere, erklärt ihnen gerade ein anderer Spieler “Mombasa” – eines der beliebtesten Spiele der Woche. Im Gegensatz zu den anderen finden beide das komplexe Handeln und Wirtschaften aber nicht so prickelnd.

Toll finde ich, dass sich die beiden einmal im Monat sich mit Freunden zu einem Spieleabend treffen. Manchmal verabreden sie sich auch speziell zu einem längeren Spiel. Im Gegensatz zu Walter mag Lisa auch mal eines der so genannten Party-Spiele ohne strategische Herausforderung, aber mit hohem Spaßfaktor. Und diese Vorliebe teilt sie durchaus mit ihren deutschen und internationalen Spielefreunden.

Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>