Unter Eisenbahnern und Verrückten (4)

Schon wieder Post aus Amerika. Lotte Schüler über das Finale des großen US-Spieletreffen:

Lotte SchülerDas „Gathering” ist fast zu Ende. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass die Veranstaltung praktisch neben den Niagarafällen stattfindet? Nein? Kein Wunder, denn „The Falls”, wie das grandiose Naturspektakel hier heißt, ist eher Kulisse als Hauptattraktion für die Brett- und Kartenspieler. Natürlich guckt jeder mindestens ein Mal danach. Und es ist beeindruckend. Noch sieht man Reste der riesigen Eisberge, die sich in diesem kalten Winter vor den Fällen aufgebaut haben. Und man ahnt, welche gewaltige Macht solche Wassermassen entfalten. Und eigentlich wären die Fälle schon längst an einer anderen Stelle. Aber da das Ganze sowohl für die Amerikaner als auch für die wenige Meter entfernten Kanadier eine Lizenz zum Geld-Verdienen bedeutet, verhindern unvorstellbare Betonbefestigungen ein weiteres Verschieben dieser Attraktion.

Aber zurück zu den Spieleverrückten. Es soll einige geben, die allenfalls mal kurz das Hotel verlassen, wenn der Kopf zu sehr raucht. Gestern gab es die traditionellen Abschluss-Ereignisse, einen Spieleflohmarkt und die Preisverleihungs-Zeremonie. Letzteres ist ein wunderbares Stück amerikanischer Kultur. Es gibt viele Danksagungen, ein paar launige Bemerkungen über spezielle Preise (alle werden von den Teilnehmern gestiftet) – und dann dürfen die Turniergewinner zuerst losstürmen und sich etwas von dem üppig bestückten Tisch aussuchen. Jeder bekommt etwas, dank großzügiger Sponsoren oft sogar zwei und mehr Spiele oder anderes.

In diesem Jahr wurden besonders gerne und häufig gespielt: „Marco Polo” (Hans im Glueck Verlag), „Cacao” (Abacus), „Deus” (Heidelberger Spieleverlag), „Aquasphere” (Hall Games) und „Roll for the Galaxy” (Rio Grande, ist in Deutschland von einem anderen Verlag veroeffentlicht und gerade ausverkauft). Meine persönlichen Favoriten sind „Cacao”, „Marco Polo”, „Roll for the Galaxy” und „Terra Mystica” (ziemlich komplexes Spiel, aber auch im Darmstädter Spielekreis sehr beliebt. Das ist ein Spiel, bei dem ich zwar die Spielregel kenne, aber noch immer nicht keine erfolgreiche Strategie gefunden habe.)

So langsam tauchen meine Mitspieler auf, und wir werden noch ein, zwei Runden miteinander spielen, ehe Flugzeug oder Auto uns nach Hause bringen. Die Deutschen treffen sich sowieso bei dem einen oder anderen Spielewochenende, und viele kommen auch nach Essen zur großen Messe.

Tschüss, bye und “lucky dice” wünscht Lotte!

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