Unter Eisenbahnern und Verrückten (3)

Begehrt: "Porta Nigra",Meine Kollegin Lotte Schüler hat’s gut. Sie ist für eine ganze Spielewoche an die Niagarafälle gereist. Hier ihr Bericht:

Das Leben geht weiter, das Spielen auch. Beim „Gathering” werden auch Prototypen von Spielen, die demnächst erscheinen sollen, einem Härtetest unterzogen. Anspruchsvolle Spieler können sich schonmal auf den Herbst freuen, dann erscheint ein neues Spiel des Autorenteams Kramer/Kiesling: „Porta Nigra”. Ob es bei dem Titel bleibt, ist noch nicht sicher, das Spiel selber steht aber weitgehend. Es geht darum, durch geschickte Bauaktionen Siegpunkte zu erhalten. Dazu muss man zur rechten Zeit am rechten Ort auf dem Spielplan sein, ganz wie im echten Leben. Man braucht genügend Geld, um sich Material zu kaufen, und die anderen dürfen  nicht gute Bauplätze vor der Nase wegschnappen. Genau das ist mir heute morgen aber passiert, und vor lauter Entsetzen habe ich mich nicht rechtzeitg um andere nützliche Dinge gekuemmert.

Ein schon fertiges Spiel ist „Evolution”. Dessen Prototyp wurde im vergangenen Jahr getestet, im Februar ist es in Nürnberg zur Spielwarenmesse im Schmidt-Verlag erschienen, jetzt auch in Amerika. Erfinder Luke Warren war als Vertreter des amerikanischen Verlages unermüdlich dabei, uns sein Spiel zu erklären. Es geht ums Fressen, das gibt nämlich Siegpunkte. Leider ist die Konkurrenz ums Futter groß, und einige Raubtiere versuchen, den armen Pflanzenfressern an den Speck zu gehen. Spieltechnisch wird das Ganze über Karten gesteuert, von denen man möglichst viele mit Synergieeffekten haben sollte. Das ist nicht unbedingt mein Lieblingsspiel, hat aber durchaus seinen Reiz.

Nicht ganz so anspruchsvoll ist die Neuerscheinung aus dem Abacus-Verlag: „Cacao”. Wer „Carcassone” kennt, wird einige Elemente wiederentdecken. „Cacao” hat glücklicherweise weit weniger Grübelpotential, und die Spieldauer sollte eine Stunde nicht überschreiten. Es geht dabei um den Aufbau einer Kakaoplantage samt Verkaufsstellen, Wasserlöchern und Pyramiden im Regenwald. Die Spieler haben Plättchen mit je vier  Arbeitern zur Verfügung, von denen sie immer eins pro Zug einsetzen. Da die Arbeiter nicht gleichmäßig auf dem Spielplan verteilt sind, möchte man Dreiergruppen gerne an lukrativen Feldern arbeiten lassen – die Mitspieler versuchen genau das zu verhindern. Trotz einfacher Spielregeln ist das Spiel alles andere als seicht.

Und dazwischen taucht immer wieder Gastgeber Alan R. Moon („Zug um Zug”, Sie wissen schon) persönlich auf, der sich um die ganze Organisation kümmert. Gelegentlich stelllt mal jemand einen Korb voller Snacks auf den zentralen Tisch, genannt Alan’s Tabel. Dort liegen die Anmeldeformulare für Turniere aus, Tipps für Restaurants, immer ein Vorrat von Ärztemustern an Aspirin (gut nach Niederlagen!!!) und ein paar Geschenke, die irgendein Sponsor abwirft. Und wenn das Ganze „Gathering of Friends” heißt, dann ist das durchaus woertlich zu nehmen. Irgendwie sind (fast) alle miteinander befreundet und man bekommt auch nur durch entsprechende Freundschaften Zugang. Ihr merkt hoffentlich, dass ich richtig stolz darauf bin, zu diesem erlauchten Kreis zu gehören.

Heute gibt’s noch einen Flohmarkt und eine Preisverleihungs-Abschlusszermonie, davon morgen mehr.

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