Und jetzt bitte ohne Worte

Concept. Foto: Asmodee

Concept. Foto: Asmodee

„Concept” habe ich schon vor einer ganzen Weile ausprobiert. Und weil ich nicht so recht wusste, was ich davon halten soll, habe ich es noch mehrmals zu unseren Spieleabenden mitgeschleppt. Doch meine Mit-Tester haben stets abgewunken: „Nee, das bitte nicht nochmal.”

„Concept” von Gaëtan Beaujanot und Alain Rivollet hat es weit gebracht: Es war eines von nur drei Spielen, die es auf die Nominierungsliste für das „Spiel des Jahres” geschafft haben – letztlich hatte aber das Kamelrennen „Camel up” die Nase – pardon: den Höcker – vorne. Um ehrlich zu sein: Mich hat „Concept” allerdings nicht überzeugt.

Es gehört zur Gattung der kreativen Erklärspiele. Die Mitstreiter müssen Begriffe erraten, ähnlich wie in „Tabu” oder „Activity”. In diesem Fall gibt es aber keine komplizierten Umschreibungen oder Pantomimen, sondern ein Spiel ohne Worte: Tipps dürfen nur mit Hilfe von Piktogrammen gegeben werden. 117 Stück liegen bereit und können miteinander kombiniert und unterschiedlich gewichtet werden. Die Möglichkeiten reichen von der geometrischen Figur (Dreieck, Kugel, Backstein) bis zum Haushaltsgegenstand, einer Farbe oder Emotion. Sie alle sind auf dem Spielbrett abgebildet, werden aber auch nochmal auf einer Art Beipackzettel erklärt.

Und genau da beginnt auch schon das Problem: Wir fühlten uns von der Menge der Piktogramme schier erschlagen, immer wieder muss man deshalb nachblättern, was denn nun welche Abbildung bedeuten könnte. Und das behindert den Spielfluss erheblich.

Die gesuchten Begriffe gibt es in den unterschiedlichsten Schwierigkeitsstufen, vom eher simplen Rad oder Zauberwürfel bis zu Redewendungen wie „Die Muskeln spielen lassen”, einem Heizkörper oder der Romanfigur „Robinson Crusoe”. Es spielen jeweils Mannschaften gegeneinander. Die Punktevergabe – es winken Glühbirnen-Chips – ist allerdings kompliziert. In der Spieleanleitung räumt der Verlag deshalb  ein, dass man die Punktewertung auch einfach weglassen kann – um die Denksportaufgaben besser zu genießen.

Das gibt vier Punkte.Fazit: „Concept” ist hübsch gestaltet, die Grundidee durchaus reizvoll. Das Ganze leidet allerdings unter einem Zuviel an Regeln und Möglichkeiten. Ich vergebe mal vier Würfelpunkte mit der Tendenz zu dreien.  Wenn wenigstens die Piktogramme auf dem Spielbrett deutlicher erklärt wären …


Das Spiel im Überblick:

Concept

4-12 Spieler, Repos-Spiele/Asmodee, rund 25 Euro

Alter: ab 10 Jahren

Dauer: zirka 30 Minuten

Anleitung: kurz und leicht verständlich

Spielmaterial: gut

 

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Eine Antwort auf Und jetzt bitte ohne Worte

  1. Lotte Schüler sagt:

    Concept ist so ein Spiel, das vor allem Nicht-Spielern Spaß macht. Ich habe bei Spieletreffen schon johlende Runden erlebt – besonders eine, bei der auch eine Flasche Wodka mitspielte – das muss aber nicht sein. Und meine Tochter spielt es mit ihrem Freund einfach so, ohne Siegpunkte zu verteilen, nur aus Spaß am Raten. Man sollte sich nicht von den Piktogrammen zu sehr einengen lassen, damit lässt sich such sehr kreativ umgehen. Und klar, manche Rate-Vorschläge erscheinen doof, dann nehmen wir einfach andere. Ich persönlich, wenn ich ehrlich bin, bevorzuge allerdings andere Spiele.

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