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Gaukler und Spekulanten - Spectaculum. Fotos: Eggertspiele

Gaukler und Spekulanten - Spectaculum. Fotos: Eggertspiele

Vergangene Woche habe ich in unserer Zeitung meine ganz persönlichen Spiele-Neuerscheinungen des Jahres vorgestellt – was insofern ziemlich schade ist, weil ich da „Spectaculum“ noch nicht getestet hatte. Der Neuling von Reiner Knizia hätte einen Platz in der Bestenliste verdient gehabt.

Die Kollegen vom Spielkult und der Pöppelkiste haben an „Spectaculum“ kaum ein gutes Haar gelassen. Sei’s drum, uns hat der Ausflug ins Mittelalter richtig gut gefallen. Worum geht’s? Vier Gaukler-Trupps – Spielmannsleute, Narren, Zwerge und Feuerspucker – ziehen durch das Königreich, stets auf der Suche nach einem Auftritt. Die vier Teams ziehen über eine Landschaft und haben mal mehr, mal weniger Erfolg. Den signalisieren die Werte einzelner Ortschaften. Mal steigt er (zum Beispiel plus drei), mal fällt er (etwa minus zwei). Die Spieler können sich daran beteiligen, indem sie einzelne Gaukler „kaufen“ und „verkaufen“. Sie haben mit Wandersteinen die Möglichkeit, deren Reiseroute zu bestimmen. Hin und wieder gibt es Zahltage und Seuchen, an denen die Besitzer der Gaukler entweder zwei Dukaten kassieren oder verlieren. Zum Schluss gewinnt, wer die meiste Kohle gescheffelt hat.

Das Spielmaterial im Überblick

Das Spielmaterial im Überblick

Die sehr hübsch gestalteten Gaukler-Karten, von der weitsichtigen Wahrsagerin bis zum feinfühligen Flohbändiger, haben keine individuelle Bedeutung. Schade. Auch ist der Wert der Ortschaften vorher erkennbar – mit ein bisschen Geschick lässt sich als die künftige Wertentwicklung einzelner Trupps zumindest in der Tendenz erahnen. Und das ganze Mittelalter-Szenario wirkt ein wenig aufgesetzt. Denn im Grunde handelt es sich bei „Spectaculum“ um ein klassisches Aktienspiel. Kaufen, Dividende kassieren, verkaufen.

Und trotzdem ist das Spiel schnell und abwechslungsreich und macht richtig Spaß. Immer wieder hält man nach attraktiven Kaufgelegenheiten Ausschau und drückt andernorts die Preise – oder versucht, dem feindlichen Gaukler-Trupp den Weg zu verbauen. Es ergeben sich bei drei oder vier Spielern immer wieder neue Allianzen. Der Glücksfaktor hält sich in Grenzen.

Das gibt fünf Punkte.Fazit: Das große Spektakel, das auf der Spieleschachtel versprochen wird, bleibt aus. Dafür entdeckt man ein originelles und kurzweiliges Aktienspiel. Bei einem Preis von derzeit rund 20 Euro kann man nichts falsch machen. Kaufen!

Eckdaten:

Spectaculum

2-4 Spieler, Verlag Eggertspiele (im Vertrieb von Pegasus Spiele), rund 20 Euro

Alter: ab 8 Jahren

Dauer: 30-45 Minuten

Anleitung: kurz und leicht verständlich

Spielmaterial: sehr hübsch

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