Neues von den Niagara Falls

Lotte Schüler berichtet wieder vom US-Spieletreffen “Gathering of Friends”, Teil 3:

Guru der nordamerikanischen Spieleszene: Alan R. Moon. Foto: Lotte Schüler

Guru der nordamerikanischen Spieleszene: Alan R. Moon. Foto: Lotte Schüler

Der Organisator des legendären “Annual Gathering of Friends” in den USA heisst Alan R. Moon und ist Autor einiger auch in Deutschland bekannter Spiele. Das bekannteste ist wahrscheinlich “Zug um Zug”, auf Englisch “Ticket to Ride”. Diesen Meister der Eisenbahnen sieht man meistens durchs Hotel laufen, da er Neuankömmlinge begrüßen, organisieren, konferieren und irgendwas erledigen muss. Aber manchmal gibt es einen Tisch, an dem es hoch her geht. Da wird gewürfelt, was das Zeug hält, werden Monster geplättet oder andere unangenehme Wesen mit dem passenden Würfelergebnis vernichtet. Jeder Erfolg muss natürlich bejubelt werden. Solche “Dungeon Crawls” (Kriecherei in unheimlichen Höhlen) gehören neben Spielen um kriegerische Auseinandersetzungen zu Alans bevorzugter Freizeitbeschäftigung. Sein aktueller Favorit ist “Star War Imperial Assault”. Außerdem mag er nach eigenen Angaben Kartenspiele und einfach Familienspiele. Und gelacht wird bei Alans Spielrunden eigentlich immer.

Gespielt habe er schon als Kind gerne, erzählt er. In jungen Jahren schrieb er Artikel für ein Avalon Hill Magazin. Zur Erklärung: Avalon Hill war Produzent jener Kriegs- und Konfliktsimulationsspiele, die typisch für die amerikanische Spieleszene waren, bis die so genannten “European Style Games” in den 90er Jahren ihren Siegeszug antraten. Die Firma Avalon Hill gibt es nicht mehr, aber einige der alten Spiele erzielen inzwischen bei Sammlern Höchstpreise.

Zurück zu Alan. Er hat einige Jahre in Europa verbracht und lernte diese neue Art von Spielen kennen, bei denen nicht gekämpft und vernichtet sondern aufgebaut und entwickelt wird. “Die Siedler von Catan” von Klaus Teuber gehört zu einem der bekanntesten Spiele dieser Art. In jener Zeit gab es übringens auch Postspiele. Da schickten sich weit entfernte Mitspieler ihre Spielzüge per Post zu. Und Alan war auch an solch einer Spielegruppe beteiligt. Bald entdeckte er sein Talent, selbst Spiele für den europäischen Geschmack zu entwickeln, wurde zwei Mal als Autor eines “Spiel des Jahres” in Deutschland gefeiert (“Elfenland” und “Zug um Zug”) und organisiert nun seit 27 Jahren das “Annual Gathering of Friends”.

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