Neues aus Essen (1): Ein einmaliger Spaß

"Exit" vom Kosmos-Verlag. Foto: Lotte Schüler

“Exit” vom Kosmos-Verlag. Foto: Lotte Schüler

Zurzeit tobt in Essen wieder die “Spiel”. Rund 160.000 Besucher werden zur weltgrößten Spielemesse erwartet. 1000 Aussteller aus 50 Nationen. Meine Kollegin Lotte Schüler hat sich dort umgesehen. Hier ihr Bericht.

Wie das ist, wenn ein lang ersehntes Ereignis stattfindet und keiner hinkommt, erleben viele Besucher am ersten Messetag. Verstopfte Zufahrtstraßen, kilometerlange Staus, die sich buchstäblich im Schneckentempo vorwärtsbewegten, blockierte Parkhäuser und endlich das Eingreifen der Polizei als Freund und Helfer. Der Besucher findet den ersehnten Parkplatz außerhalb der Stadt – und nach einer gemütlichen Busfahrt über Land wissen wir nun auch, dass es am Stadtrand der Ruhrmetropole Pferdeweiden und viele grüne Flächen gibt. Und wir wissen, dass eine kleine Änderung bei der Zufahrt in die Parkhäuser (Umstellung von handgesteuerter Einweisung in elektronische) den Verkehr einer Großstadt lahmlegen kann. Das ist was für Chaostheoretiker oder für Spieler, die sich an den sogenannten “Live Escape Games” orientieren, dem neuen Trend. Bei diesen Events werden Menschen in einen Raum eingesperrt und müssen in 60 Minuten knifflige Rätsel lösen, versteckte Hinweise finden und mit kooperativem Vorgehen aus dem Raum entkommen. Nach dieser Vorlage gibt es jetzt auch kooperative Gesellschaftsspiele.

Bei der Serie “Exit – Das Spiel” vom Kosmos-Verlag gibt es drei Szenarien in drei separaten Spielen zu bestehen. Auf der Messe können Besucher ein Probespiel machen. Meine Gruppe besteht aus den zehnjährigen Zwillingen Matthias und Linus und deren Vater Alex. Wir müssen den Schlüssel zu einem verschlossenen Theater rechtzeitig vor der Premiere finden. Tja, und nun sitzen wir da und grübeln. “Die Garderobenmärkchen bitte!”, lautet die erste Anweisung. Linus hat schnell raus, welche drei Zahlen er in welche Reihenfolge bringen muss. Die Zahlen wurden am Decoder eingestellt´, wir erhalten dadurch die nächste Aufgabe. Wir sind nicht unbedingt die schnellste Gruppe, knacken aber das Rätsel ohne auf die Hilfekarten zurückgreifen zu müssen.

escapeBei “Escape the Room” der Firma HCM Kinzel GmbH müssen die Spieler Logikrätsel knacken, um einen verschwundenen Wissenschaftler zu finden und aus der Sternwarte zu entkommen.
Und die Firma Noris will mit “Escape Room” Spieler in einen Tempel der Azteken, einen nuklear oder virusverseuchten Raum oder in ein Gefängnis locken.

Die gute Nachricht: Gruppen können mit diesen Spielen in den eigenen vier Wänden den Spaß erleben und müssen sich dabei nicht wirklich einsperren lassen. Die schlechte: Sie können das nur ein Mal; denn wenn das Rätsel gelöst ist, wäre ein neuer Anlauf langweilig. Außerdem wird einiges Spielmaterial beim Spielen zerstört, kann aber durch Angebote der Verlage ersetzt und das Spiel an Freunde weitergegeben werden – oder vielleicht beim nächsten Flohmarkt verkauft werden.

Unter den anderen Spieleneuheiten fällt mir “Oben und Unten” vom Schwerkraftverlag positiv auf. Dabei geht es um Sammeln und Bauen mit dem netten Mechanismus, die eigenen Arbeiter möglichst sinnvoll einzusetzen, zu ermüden und wieder aufzuwecken.

“Aurimentic” vom nikamundus-Verlag gehört ebenfalls zu den Bauspielen. Der Witz liegt darin, die Felder verschiedener Inseln so zu besetzen, das sie Rohstoffe und Siegpunkte bringen, den anderen auch mal Unkraut wachsen zu lassen und mit eigenen Gebäuden die Inseln zu übernehmen. Beide Spiele sind voraussichtlich nur im Onlinehandel direkt von den kleinen Verlagen erhältlich.

Die Spiele unserer großen Verlage habe ich noch nicht genauer angeschaut. Das steht für die nächsten Tage auf dem Programm.

Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>