Letzte Gelegenheit

Historische Spielkarte, Foto: Landesmuseum

Historische Spielkarte, Foto: Landesmuseum

Warum wird Kreuz eigentlich manchmal Treff genannt? Und Pik Schippe? Solche und ähnliche Fragen beantwortet noch bis Sonntag, 12. August, eine sehenswerte Ausstellung des Hessischen Landesmuseums. Sie zeigt die Arbeiten der Darmstädter Spielkarten-Dynastie Frommann.

 

Von 1835 bis 1930 druckten Maximilian Frommann und seine Nachfolger Wertpapiere, Lithografien, topografische Karten – und eben auch Spielkarten, die in alle Welt verteilt wurden. Hier das sogenannte Bayerische Bild mit ganzen Figuren, dort das Schwäbische Blatt zum Binokel-Spielen, auf dem die Figuren gespiegelt sind. Auf den Sofa-Karten sind Sitzgelegenheiten mit abgebildet, bei den Liebesbrief-Karten halten die Damen einen Liebesbrief über dem Dekolleté. Und die Löwenschulter-Karte zeigt Julius Cäsar mit Krone, Zepter und Löwenkopf.

Napoleon III. auf einer Spielkarte von 1862. Foto: Landesmuseum

Napoleon III. auf einer Spielkarte von 1862. Foto: Landesmuseum

Es ist eine kleine, feine Zeitreise in eine Ära, als die Kleinstaaterei und der Nationalismus auch auf Spielkarten ihre Spuren hinterließen. So zeigt das Blatt nebenan aus dem Jahr 1862 Napoleon den Dritten als Kreuz-Buben, der den Rhein nicht gen Osten überqueren darf.

Die Geschichte der Firma Frommann währte indes kaum länger als ein Jahrhundert. 1930 wurde die Spielkartenproduktion an einen Konkurrenten nach Stralsund verkauft, Verlag und Druckerei machen schließlich in den 40er Jahren dicht.

Die Ausstellung:

Von Sofadamen und Löwenschultern – Die Darmstädter Spielkartendynastie Frommann

Zu sehen im Haus für Industriekultur, Kirschenallee 88 (im Gewerbegebiet am Hauptbahnhof) in Darmstadt

Freitag, Samstag 10 bis 17 Uhr

Sonntag 11 bis 17 Uhr

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