Küchenschabe im Labyrinth

Sabine Gebhardt präsentiert die Preisträger 2013: "Kakerlakak" und "Bumm Bumm Ballon!"Einmal im Jahr bittet der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ)  Kinder und Jugendliche an die Spieltische. Was sind die schönsten, spannendsten oder auch nur die lustigsten  neuen Abenteuer? Im Gegensatz zum „Kinderspiel des Jahres“, einem Kritikerpreis von Erwachsenen, hat beim BDKJ-Kinderspieletest die Zielgruppe selbst das letzte Wort. Sie gibt den Verlagen damit wichtige Hinweise, was gerade „in“ ist – und dürfen sich selbst Experten nennen.

Für Sabine Gebhardt (36) beginnt das Projekt bereits im Februar. Auf der Nürnberger Spielwarenmesse hält sie Ausschau nach interessanten Neuerscheinungen. Nicht zuviel elektronischer Firlefanz soll darin stecken, drei oder vier Mitspieler sind besser als nur  zwei. „Dass man beim Spielen miteinander ins Gespräch kommen kann“, ist ihr wichtig. „Viele Verlage gehen leider weg vom klassischen Gesellschaftsspiel“, sagt
Gebhardt. Der Trend geht zu wenig originellen Lizenzspielen  und  Adaptionen wie „Spiderman“ oder der Taschenausgabe von „Monopoly“. Doch noch existieren  genug Verlage, die auf eigene Entwicklungen setzen.
200 bis 300 Spiele staubt Geb-hardt  letztlich ab – die werden später in ihrem Büro im Darmstädter Donnersbergring noch genauer geprüft. 38 Stück schafften es so in diesem Jahr auf die Nominierungsliste des Kinderspieletests.
Den gibt es seit zwölf Jahren, obwohl er damals noch „Kinder testen Spiele“ hieß. Seine Bedeutung ist seitdem stetig gewachsen: 1412 Kinder in 68 Testgruppen haben in diesem Jahr 4628 Bewertungen abgegeben. Zu den Teilnehmern gehören Kitas, Schulklassen und Vereine. Vor ein paar Jahren war sogar mal ein Schweizer Team dabei. Von Mitte Mai bis Anfang September  knöpfen sich  diese Gruppen dann die Spiele selbst vor: Wie groß ist der Spaß? Ist die Klärung einfach? Und wie sehr gefällt das Spielmaterial? Jedes Spiel soll gleich mehrfach ausprobiert werden, um Zufallsergebnisse zu vermeiden.
In diesem Jahr  hat „Kakerlakak“ die Nase – pardon: die Fühler – vorn in der Kategorie von fünf bis neun Jahren.  Bei dem  Spiel von Ravensburger (rund 25 Euro)   flitzt  eine elektrische Kakerlake durch ein Labyrinth – und muss durch geschicktes Drehen der Wände in die eigene Falle gelockt werden. Das ist schnell und abwechslungsreich.
Auf Platz zwei folgt „Der verzauberte Turm“ (Verlag Drei Magier, 25 Euro), das „Kinderspiel des Jahres“ von Inka und Markus Brand. Das Gummersbacher Ehepaar hat seit 2006 bereits mehr als 40 Spiele erfunden, darunter mit „Village“ auch ein moderner Klassiker für Erwachsene. Platz  drei geht an das Aktionsspiel „Move & Twist“ (Verlag beleduc, 30 Euro).
In der Kategorie acht bis 13 Jahre erhält „Bumm Bumm Ballon“ (Identity Games/Schmidt Spiele,  zehn Euro) die meisten Stimmen. In einem Plastikgestell wird ein Ballon eingespannt – und der wird so lange mit Stäbchen traktiert, bis er platzt. Ein kurzweiliger Spaß. Knapp dahinter liegen „Still Post extrem“ (Goliath Toys, 25 Euro) und das Würfelspiel „Gold Nuggets“ (Piatnik, zehn Euro).
Der BDKJ wird die sechs Gewinnerspiele am 23./24. November bei „Darmstadt spielt“ noch einmal genau vorstellen und prämieren. Bei der Messe im Kongresszentrum Darmstadtium gibt es eine Ausleihe, Workshops und „Erklärbären“, die mit den Besuchern eine Partie wagen – und sie vielleicht sogar gewinnen lassen.

Spieletester gesucht

Wer 2014 selbst einmal mit einer Gruppe beim Kinderspieletest mitmachen will, kann sich  beim Bund der Deutschen Katholischen Jugend bewerben: Donnersbergring 38a, 64295 Darmstadt, Telefon 06151 317332, kinderspieletest@bdkj-darmstadt.de. Die Teilnahme kostet   zwischen 30 und 100 Euro je nach Anzahl der Testspiele – diese dürfen anschließend aber auch behalten werden. Nähere Informationen gibt es unter www.kinderspieletest.de im Internet. Dort werden alle sechs Preisträger ausführlich vorgestellt.

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