Krieg der Karten

Brügge. Fotos: Verlag Hans im Glück

Brügge. Fotos: Verlag Hans im Glück

Ein neues Spiel macht in meinem Bekanntenkreis die Runde, und alle sind davon begeistert. Kein Wunder, dass „Brügge” es auf die Nominierungsliste für das „Kennerspiel des Jahres” geschafft hat. Gewonnen haben zwar letztlich die wunderbaren „Legenden von Andor”, aber der Neuling von Stefan Feld war ein würdiger Finalist.

In Mittelalter und Renaissance war Brügge eines der bedeutendsten Handelszentren der Welt. In der belgischen Hafenstadt entstand die erste Börse. Künstler, Händler, Spekulanten – Brügge zog sie an wie das Licht die Motten. Auch unsere zwei bis vier Spieler versuchen im 15. Jahrhundert zwischen Rathaus und Grachten ihr Glück.

Das Spiel im Überblick

Das Spiel im Überblick.

Zu Beginn erhält jeder eine Handvoll Figuren, die Handlanger, sowie fünf Gulden und fünf Karten. Diese ermöglichen verschiedene Aktionen. Man kann Häuser bauen oder Karten verkaufen, Kanäle besetzen, Bedrohungen verhindern und weitere Handlager rekrutieren. Oder man wandelt die Karten in Personen um. Diese sind auf den Karten notiert. 165 Personen gibt es, und jede hat ganz individuelle Kosten und Stärken. Der Alchemist bringt sechs Gulden mit sich, der Freskenmaler sorgt für Extra-Siegpunkte, der Biologe senkt die Kosten für andere Personen.

„Kennerspiele” sind nichts für zwischendurch. Zwei Stunden sollte man schon einplanen, Regel-Lektüre inklusive. „Brügge” hat ein komplexes Szenario, das zunächst verwirrt. Denn viele Strategien können zum Sieg führen – der längste Kanal ebenso wie eine Übermacht an Personen oder der Aufstieg im Rathaus, der sich mit viel Geld erkaufen lässt. Doch das Salz in der Suppe sind die Bedrohungen: Überschwemmung, Pest, Überfall, Intrige und Feuer können den Geldbeutel, Gebäude oder Gefolgsleute jederzeit pulverisieren. Darüber entscheidet das Würfelglück. Und mit der einen oder anderen Karte können die Spieler einander so manchen Schicksalsschlag verpassen.

Das gibt fünf Punkte.Fazit: Der Glücksfaktor ist nicht zu unterschätzen. Wer beim Start die falschen Karten zieht, kann gleich mächtig ins Hintertreffen geraten. Andererseits: Durch die stets wechselnden Karten und die vielen Angriffsmöglichkeiten auf das gegnerische Vermögen ist „Brügge” sehr abwechslungsreich und interaktiv. Das hat Suchtpotenzial. Und das Spielmaterial ist ausgesprochen hübsch.

 

Eckdaten:

Brügge

2-4 Spieler, Verlag Hans im Glück, knapp 30 Euro

Alter: ab 10 Jahren

Dauer: zwei Stunden für die erste Partie sollte man einplanen; hat man das Spielprinzip erstmal verstanden, geht es aber schneller

Anleitung: gut

Spielmaterial: sehr ansprechend

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2 Antworten auf Krieg der Karten

  1. Horst sagt:

    2 Stunden ??? Okay, wenn man zwischendurch noch ne Runde Skat, Doppelkopf oder ZuZ spielt schon… Eine Stunde ist schon sehr viel realistischer.. und der Glücksfaktor ist nicht so groß wie von Dir beschrieben… man hat auch nach ‘dummen Ereignissen’ noch gute Gewinnchancen…

  2. Pingback: Wir haben den Kanal noch lange nicht voll | kth spielt – das Spieleblog

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