Jetzt mit eigener Korrespondentin

Blick in eine der Essener Messehallen. Fotos: Lotte Schüler

Blick in eine der Essener Messehallen. Fotos: Lotte Schüler

Das nenne ich mal ärgerlich: Da steigt von Donnerstag bis Sontag im Ruhrpott die größte Spielemesse der Welt – aber der willige Blogger muss in Darmstadt Texte über abgestürzte Landeklappen, IS-Terroristen und Sigmar Gabriel verarzten. Dankenswerterweise hat sich die Kollegin Lotte Schüler, die sonst für „Ried Echo“ und „Groß-Gerauer Echo“ schreibt, angeboten, ein wenig aus Essen zu berichten. Wer neugierig geworden ist: Die Spiel 14 dauert noch bis Sonntag – eine Tour dorthin lohnt sich eigentlich immer.

 

Von Lotte Schüler

Tag Null der Spiel 14 – der weltgrößten Publikumsmesse für Brett- und Kartenspiele. Noch herrscht in den vier Hallen am Grugapark in Essen hektische Betriebsamkeit. 828 Aussteller aus 39 Nationen bauen ihre Stände auf um für den Besucherandrang gewappnet zu sein. Während der Messetage von Donnerstag bis Sonntag werden mehr 150 000 Besucher erwartet, die gucken, kaufen und spielen. Ein Trend geht zur Kombination von klassischem Brettspiel mit moderner Elektronik. Ravensburger gehört zu den Vorreitern, die mit dem Brettspiel-System smartPLAY eine spezielle App fürs Smartphone entwickelt hat. Regelerklärung, Geräusche und Spielbegleitung gehören zu den Fähigkeiten der App.

Was die Firma Lego vor einigen Jahren begann, setzen jetzt weitere Hersteller klassischer Spielwaren fort. Spielzeug und Spiel werden kombiniert. Carrera-Bahnen und die Anker-Bausteine gehören zu den Neuzugängen beim Verknüpfen von Spielwaren mit einem Spiel.

Essen ist auch ein Anziehungspunkt für so genannte Viel-Spieler. Die geben sich nicht mit einem einfachen „Mensch Ärgere Dich Nicht“ zufrieden – das feiert in diesem Jahr übrigens seinen 100. Geburtstag. Je komplexer ein Spiel ist, desto größer wird der Jubel bei den Spiele-Freaks. Auf der Messe in Essen haben viele solcher komplexen Spiele traditionell ihren ersten öffentlichen Auftritt. Ein paar dieser Spiele will ich an dieser Stelle vorstellen während der nächsten vier Tage.

Und schließlich wird während der Messe der Publikumspreis „Deutscher Spielepreis“ verliehen. Fachpublikum, Händler und Journalisten stimmten während der Sommermonate ab und kürten in diesem Jahr „Russian Railroads“ aus dem Verlag Hans im Glück zu ihrem Favoriten. Dieses Spiel ist allerdings als Familienspiel eher weniger zu empfehlen. Was die Taktiker zu lautem Jubel hinreißt, schreckt die Gelegenheits-Spieler ab – es gibt viele Aktionsmöglichkeiten mit komplexen Regeln. Und wenn man den Mechanismus nicht beherrscht, macht sich rasch Frust breit am Spielertisch.

Wilder Geselle am "Camel up"-Stand.

Wilder Geselle am „Camel up“-Stand.

Für Familien wählt eine Jury von Spielekritikern das „Spiel des Jahres“. Den Preis erhielt in diesem Jahr „Camel up“, erschienen bei Eggertspiele. Ein Rennspiel mit unberechenbaren Kamelen und wilden Wetten auf den Sieger und den Verlierer des Rennens. Johlende Schadenfreude und fieberhaftes Würfeln begleiten das Spiel, das am meisten Spaß macht an einem vollen Tisch mit bis zu acht Spielern.

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One Response to Jetzt mit eigener Korrespondentin

  1. Frizzi sagt:

    Huhu,

    ich wollte eigentlich auch Spiel 14, schaffe es nun aber leider nicht. Danke für den kleinen Einblick in die Messe! Was war denn dein persönliches Highlight?

    Liebe Grüße,
    Frizzi

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